Mittal-Familie übernimmt Escada

Mittal-Familie übernimmt Escada

Der insolvente Luxusmode-Hersteller Escada wird an Megha Mittal, die Schwiegertochter des einflussreichen indischen Stahlunternehmers Lakshmi Mittal, verkauft. Ein Kaufvertrag sei am 5. November unterzeichnet worden, teilte Escada in München mit.

Die 33-jährige Mittal will mit dem bisherigen Vorstand um Bruno Sälzer zusammenarbeiten. Sälzer bezeichnete Mittal als „Wunschpartner“. Mit der Transaktion geht der Geschäftsbetrieb der Escada Gruppe einschließlich Mitarbeiter, Produktionsstätten, Vertrieb und weltweiten Markenrechten auf den Trust über. In den kommenden Wochen müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.

„Escada hat das Potenzial, seinen Platz in der Welt der Luxus-Marken neu zu definieren“, sagte Mittal. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

Escada hatte im Sommer 2009 Insolvenz beantragt und braucht dringend frisches Kapital. Die Kollektionen des Konzerns kamen schon lange nicht mehr bei den Kunden an, hohe Verluste waren die Folge.

Im Bieterwettstreit um Escada hatten es drei Investoren in die Endrunde geschafft. Dabei handelte es sich um Mittal, die libanesische Finanzholding M1 und die italienische Investorengruppe ZSL Partners um Sven Ley, Sohn des Escada- Firmengründers. Dies berichteten die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ und die „Financial Times Deutschland“.

Erst vor wenigen Tagen war das Insolvenzverfahren für Escada eröffnet worden. Damit war der Zeitdruck für Gerloff gewachsen, weil das Insolvenzgeld auslief, mit dem die Löhne und Gehälter der rund 450 Beschäftigten der Escada AG in den vergangenen Wochen bestritten wurden. Weltweit hat der Konzern rund 2300 Beschäftigte.