Nokia Siemens will Stellen streichen.

Nokia Siemens will Stellen streichen.

Die rezessionsbedingte Flaute in der Mobilfunkbranche wirkt sich auch auf die Hersteller von Netztechnik aus. Das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks stellte in Helsinki ein umfassendes Programm zur Kostensenkung vor, das die Streichung von bis zu 5700 Stellen einschließt – betroffen sind sieben bis neun Prozent der 64.000 Beschäftigten. Dadurch sollen die Kosten bis Ende 2011 um 500 Millionen Euro im Jahr gedrückt werden.

„Wir gehen leider davon aus, dass es Deutschland härter trifft als andere Länder“, sagte der IG Metall-Beauftragte Michael Leppek. So befürchtet die Gewerkschaft am größten deutschen Standort in München Stellenabbau. Dort arbeiten rund 4000 Beschäftigte vor allem in der Entwicklung und in Zentralfunktionen. Auch am Fertigungsstandort Bruchsal mit rund 1100 Mitarbeitern befürchte er Stellenstreichungen, sagte Leppek. Insgesamt hat NSN mehr als 20 deutsche Standorte.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern ein Sparprogramm aufgelegt, bei dem weltweit 9000 Stellen gestrichen wurden. Dies sollte eine Einsparung von bis zu zwei Millarden Euro bringen. Am Standort München wurden 500 Stellen sozialverträglich gestrichen, in Finnland fielen 750 Job den Einsparungen zum Opfer.

Das im April 2007 gegründete Joint Venture von Nokia und Siemens will schon bis Januar seine bislang fünf Geschäftsbereiche auf drei reduzieren. Künftig will das Unternehmen verstärkt mit Partnern zusammenarbeiten und plant darüber hinaus Neuerwerbungen in bestimmten Bereichen. Zur Begründung des Programms verwies Nokia Siemens Networks auf "Änderungen in der globalen Wirtschaft und im Wettbewerbsumfeld“.

Im dritten Quartal 2009 fiel der Umsatz von Nokia Siemens Networks um 21 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Betriebsverlust weitete sich auf 1,1 Milliarden Euro aus. Die wichtigsten Wettbewerber sind der schwedische Marktführer L.M. Ericsson und der französisch-amerikanische Hersteller Alcatel-Lucent.