Opel-Verkauf soll besiegelt werden

Opel-Verkauf soll besiegelt werden

Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster will einem Zeitungsbericht zufolge nicht Chef des Rüsselsheimer Autobauers werden. Forster habe den Kaufinteressenten Magna informiert, dass er für „New Opel“ nicht zur Verfügung stehe, berichtete die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Informationen aus dem Unternehmen. Nun solle Magna-Manager Herbert Demel die Opel-Führung übernehmen.

Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna will Opel gemeinsam mit der russischen Sberbank von General Motors übernehmen. Noch ist der Kaufvertrag aber nicht unterschrieben. Nun will der GM-Verwaltungsrat erneut darüber beraten. Dies hatte Spekulationen genährt, der US-Autobauer könnte seine Tochter doch behalten wollen.

Laut der Agentur Reuters gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten bei Opel neben Demel auch Magna-Manager Manfred Eibeck. Demel hat Magna-Co-Chef Siegfried Wolf in den vergangenen Monaten bei den Verhandlungen um Opel begleitet. Der gebürtige Österreicher war früher Chef von Audi, bevor er nach einem kurzen Intermezzo beim italienischen Autobauer Fiat zu Magna wechselte. Eibeck verbrachte vor seinem Antritt bei Magna einen großen Teil seiner Karriere bei Opel.

Manager von Opel und Magna sowie der Betriebsrat zeigten sich zuletzt zuversichtlich, dass der Verwaltungsrat von GM an seiner Empfehlung vom September festhält, Opel an Magna zu verkaufen. Auch der US-Konzern hatte mehrfach betont, dass an der Entscheidung zugunsten des Zulieferers nicht gerüttelt werde. Allerdings schrieb das „Wall Street Journal“ in der Online-Ausgabe, es sei unklar, ob der GM-Verwaltungsrat angesichts der Bedenken der EU nicht seine Position ändere.

Das Gremium ist Insidern zufolge gespalten. „Die einen würden Opel gern ganz behalten, die anderen stehen zum vereinbarten Teilverkauf“, sagte ein ranghoher GM-Mann. „Und für beides gibt es gute Argumente.“

In jedem Fall aber seien die Hersteller aufeinander angewiesen: GM brauche Opel wegen der modernen Technologie der Deutschen und deren Zugangs zum europäischen Markt. Opel allein sei wiederum zu klein zum Überleben. Daher will GM bei einer Übernahme durch Magna 35 Prozent an Opel behalten und auch künftig großen Einfluss haben.

Im September 2009 hatte der GM-Verwaltungsrat eigentlich die klare Empfehlung abgegeben, Opel mehrheitlich an Magna zu verkaufen. Nun befasst er sich aber abermals mit dem Thema, nachdem die EU-Kommission Zweifel an der Entscheidung vom September geäußert hatte.

Die Wettbewerbsbehörde verlangt eine schriftliche Klarstellung, dass das Votum für Magna allein aus wirtschaftlicher Überzeugung und nicht auf politischen Druck hin erfolgte. Es wird spekuliert, GM könne den Beschluss überdenken und Opel möglicherweise doch behalten. Magna fordert Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssen.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge haben die Mitglieder des GM-Verwaltungsrates einen Brief des Vorstands um Konzernchef Fritz Henderson erhalten, in dem die Vorzüge eines Verkaufs an Magna betont werden. Zudem werde der Zeitdruck stärker: Magna wolle den Deal neu verhandeln, wenn bis zum 30. November kein Vertrag unterzeichnet werde. Der Zulieferer argumentiere, jeder Monat Verzögerung koste die Seiten 100 Millionen Dollar.