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8 September 2012 | Von dapd

Lufthansa fliegt nach Streik wieder regulär

Berlin/Frankfurt/Main - Nach dem größten Streik ihrer Geschichte hat die Lufthansa am frühen Samstagmorgen den regulären Flugbetrieb wieder aufgenommen. "Es läuft reibungslos, der erste Flug startete um 05.30 Uhr", sagte ein Sprecher der Airline auf dapd-Nachfrage. Am Samstag gebe es als Folge des Ausstands der Flugbegleiter noch einige wenige Streichungen.


Lufthansa fliegt nach Streik wieder regulär - Foto: dapd

Der Streik am Freitag ging um Mitternacht förmlich zu Ende. Die ersten Flugbegleiter sollten gegen 04.30 Uhr ihren Dienst vor den Frühflügen um 06.00 Uhr wieder antreten. Bis Freitagnacht waren wegen der bisher größten Streikwelle bei der Lufthansa fast 1.000 Flüge ausgefallen, 100.000 Kunden mussten sich andere Reisewege suchen. Ein Chaos blieb aber aus. Am Samstag sollte sich, abgesehen von knapp zwei Dutzend Flügen, der Flugverkehr wieder normalisieren.

Konzernchef Christoph Franz sicherte den 200 Leiharbeitern, die die Airline in Berlin beschäftigt, ein Angebot auf Festanstellung 2013 zu. Der Verzicht auf Leiharbeit gehört zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft UFO. "Lufthansa verzichtet einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin", erklärte Franz. "Damit gehen wir einen großen Schritt auf unseren Tarifpartner zu."

Die Tarifparteien einigten sich dann auf eine Schlichtung, wie sie beide mitteilten. Damit gilt ab (dem morgigen) Samstag die Friedenspflicht; Streiks sind verboten. UFO-Vorsitzender Nicoley Baublies sagte, beide Parteien hätten eine Vorvereinbarung unterschrieben, die die Schlichtung über die Vergütungstarife vorsehe. Parallel dazu soll aber auch über "im Schlichtungsverfahren nicht regelbare Themen" - sprich: die Gründung neuer Gesellschaften - gesprochen und Einigung erzielt werden. Die Lufthansa hatte dies als unternehmerische Entscheidung bezeichnet, die nicht Gegenstand von Schlichtungsverhandlungen sein könne.

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Zunächst aber wollen die Tarifparteien bis Mittwoch (12. September) ein Schlichtungsabkommen unterzeichnen. Über die Person des Schlichters soll laut Lufthansa möglichst bis Ende kommender Woche Einvernehmen erzielt werden. Namen wurden offiziell nicht genannt. Das ZDF brachte ohne Angaben von Quellen den früheren SPD-Chef Franz Müntefering, den früheren Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau und den früheren Verfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier ins Gespräch.

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Die Gespräche waren vor zehn Tagen nach 13-monatigen Verhandlungen abgebrochen worden. Seit einer Woche haben die Stewardessen und Stewards der Lufthansa dreimal gestreikt, am Freitag ganztägig und bundesweit. Die Gewerkschaft will für die rund 19.000 Flugbegleiter fünf Prozent mehr Geld und Garantien für Jobstrukturen. Lufthansa bot zuletzt 3,5 Prozent mehr Gehalt bei zwei Stunden Mehrarbeit im Monat.

Die Beschäftigung von Leiharbeitern war einer der zentralen Konfliktpunkte. Offizieller Anlass der Gründung der Berliner Personal-Dienstleistungsfirma Aviation Power war die Ausweitung des Flugplans der Lufthansa in Berlin Anfang Juni. Während der Streiks der vergangenen Tage ermöglichten die Aviation-Power-Flugbegleiter, dass ein großer Teil der Lufthansa-Flüge in Tegel abgewickelt werden konnte.

Sonderflugplan abgearbeitet

Indessen wurde der Sonderflugplan der Lufthansa mit der Streichung von etwa der Hälfte der 1.800 geplanten Flüge am Freitag abgearbeitet. Nach Lufthansa-Zählung fielen knapp 1.000 Flüge aus. Mehr als 100.000 Fluggäste waren betroffen, aber ein Chaos an Flughäfen und Bahnhöfen blieb aus.

Dem Konkurrenten Air Berlin bescherte der Streik bei der Lufthansa zusätzliche Kunden. Die Fluggesellschaft habe sechs zusätzliche innerdeutsche Verbindungen angeboten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Außerdem setzte Air Berlin in 16 Fällen größere Flugzeuge als geplant ein. Viele Lufthansa-Kunden stiegen auch auf die Deutsche Bahn um. Die Mietwagenfirmen registrierten eine etwas erhöhte Nachfrage wegen des Streiks.

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