Streit über Betreuungsgeld belastet Berliner Koalition immer mehr

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kündigte rasche Gespräche mit der FDP an. Seehofer wollte nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München die Frage nicht konkret beantworten, ob seine Partei das Bündnis platzen lassen könnte, falls die FDP nicht einlenkt. Er sagte lediglich: "Der Vorstand war betroffen, aber sehr besonnen." Allerdings sei es bislang nicht gelungen, das Problem zu lösen.
Ein FDP-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd, die von CDU und CSU verabredeten Änderungen seien "so nicht akzeptabel". Sein Parteipräsidium habe sich einhellig gegen den Vorschlag ausgesprochen. Die FDP fordere nun umfassende Nachverhandlungen, "weil sich die Geschäftsgrundlage geändert hat".
Gröhe betonte: "Wir werden jetzt sehr zügig das Gespräch mit der FDP weiterführen." Dabei gehe er davon aus, dass auf der Grundlage der Verständigung des Koalitionsausschusses im Grundsatz auch die offenen Fragen zügig beantwortet werden.
CSU dafür, Kritik von FDP und Teilen der CDU
Das Betreuungsgeld soll an Eltern von ein- und zweijährigen Kindern gezahlt werden, die keine staatlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen. Die Leistung war auf Drängen der CSU von der Koalition beschlossen worden, stieß aber auf heftige Kritik bei der FDP und auch in Teilen der CDU. In der vergangenen Woche verständigte sich die Union auf einen Kompromiss. Er sieht unter anderem vor, die Auszahlung an die Pflicht zu medizinischen Vorsorgeuntersuchungen der Kinder zu knüpfen.
Gröhe sagte, es sei erfreulich, dass sich die Fraktion auf die Grundzüge für das Vorhaben geeinigt habe. So werde es auch die Möglichkeit geben das Betreuungsgeld in eine Bezuschussung für die private Altersvorsorge umzuwandeln.
Die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte vor der Sitzung ihres Parteivorstands, CDU und CSU seien "auf der Zielgeraden". Sie fügte hinzu: "Jetzt liegt der Ball bei der FDP."
Seehofer glaubt nicht an baldige Verabschiedung des Gesetzes
Eigentlich soll über das Gesetz Mitte Oktober im Bundestag abschließend beraten werden. Seehofer äußerte jedoch die Sorge, dass dieser Fahrplan nicht eingehalten werden kann. Im Moment sehe es nicht danach aus, dass das Gesetz rechtzeitig in den zuständigen Ausschüssen behandelt werden könne.
Der CSU-Chef zeigte sich überrascht über die weitere Kritik aus der FDP. Er schloss nicht aus, dass es sich dabei auch um eine Reaktion auf das Abstimmungsverhalten zweier CDU-geführter Länder im Bundesrat beim Thema Frauenquote handeln könnte. Seehofer sagte zu Journalisten: "Sie liegen nicht ganz falsch, wenn Sie solche denkbaren Erwägungen mitberücksichtigen."
Der Bundesrat hatte am Freitag mehrheitlich für eine Gesetzesinitiative der SPD-geführten Länder Hamburg und Brandenburg gestimmt. Möglich wurde das, weil auch die von CDU/SPD-Koalitionen regierten Länder Sachsen-Anhalt und Saarland zustimmten. Verlangt wird eine feste Frauenquote für Aufsichtsräte von DAX-Unternehmen.
Döring fordert klares Bekenntnis zum Koalitionsvertrag
FDP-Generalsekretär Patrick Döring forderte daraufhin ein klares Bekenntnis der Union zum Koalitionsvertrag. Er verwies zugleich in Berlin darauf, dass die FDP am Kompromiss von CDU und CSU zum Betreuungsgeld nicht beteiligt war.
Auch in der CSU-Spitze sorgte das Vorgehen der beiden Bundesländer für Unmut. Seehofer sagte jedoch: "Das ist eine CDU-Angelegenheit, nicht unsere." Deutlicher wurde der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller. Er sagte, ihm fehle jegliches Verständnis für das Verhalten der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und des Regierungschefs von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (beide CDU).
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Wenn dieses jämmerliche Qualitionspossenspiel nur endlich vorbei wäre! Diese Qualition zerbricht laufend, bis sich die Herrschaften besinnen, das sie dann vielleicht Ihre überbezahlten Posten los sind! Dann einigt man sich schon schnell und hält durch !!
Was für ein charakterloser und jämmerlicher Haufen! Wie der Herr (sorry Herrin) so das Geschär!!!
ich bin zwar gegen das Betreuungsgeld, aber dass das Betreuungsgeld Bedürftigen und gebrächlichen Personen zu stehen soll wäre mir neu, Aufklärung: es handelt sich hier um Betreuungsgeld für Familien mit kinder von ein bis drei jahre die Ihre kinder nicht in Einrichtungen Betreuen lassen wollen oder können und nicht um Betreuung für Person und Vermögen von Menschen, durch staatliche Förderung, die aufgrund von "Krankheit" oder "Behinderung" ihre Angelegenheiten vorübergehend beziehungsweise dauerhaft nicht selbst regeln können.
Das Betreuungsgeld ist eine Geldleistung des Staates an die Eltern, also an Mütter und Väter, die sich in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Hause in Vollzeit der Erziehung widmen. Es ist für Eltern gedacht, die ganz bewusst keinen Krippenplatz, also keine Kindertagesstätte in Anspruch nehmen wollen.
In Deutschland gab es vom 01 Januar 1986 bis 31 Dezember 2006 zuschüsse für solche Familien nur hiess es damals Erziehungsgeld.
Ein Solidarisches Bürgergeld wurde zwar von Dieter Althaus im jahre 2007 vorgeschlagen fand aber nie den durchbruch um als Gesetzentwurf zugelassen zu werden
Ihr Vorschlag in aller Ehre. Es ist im Grundsatz wünschenswert, wenn dann einige Punkte bei der Umsetzung zu beachten wären.
Erstens geht es bei dem Betreuungsgeld um 1-2 jährige Kinder. Es steht außer Frage, das Kinder ab dem 3. Lebensjahr in eine KITA oder ähnliche Einrichtung gehören. Inwiefern sich dies aber in Form einer Vorschule oder einem Schulkindergarten rein personell umsetzen lässt, wäre zu klären. Es fehlt doch jetzt schon an gut ausgebildeten Erziehern und Lehrern, da gerade diese Berufsgruppen (gesellschaftlich) mit einem negativem Stigma behaftet sind ... wer nicht arbeiten will, wird Erzieher oder Lehrer (nicht meine Meinung !). Und gerade in den Köpfen unserer ausländischen Mitbürger muss eine Veränderung stattfinden.
Mein Vorschlag wäre vielmehr, schafft dieses "Betreuungsgeld" erst garnicht an und "steckt" es lieber in genau solche Einrichtungen und in gut ausgebildetem Personal.
Meine Kinder (20) und (12) sind wie die meisten Kinder auch, mit knapp 2 1/2 - 3 Jahren in den Kindergarten gekommen bzw. später dann in den Schulkindergarten ... gab es da vorher Betreuungsgeld ... nein, warum auch. Es ist doch die Eigenverantwortung der Eltern. Wir Eltern brauchen uns nicht von den Politikern "vorschreiben" oder "locken" zu lassen, wann und wie wir unsere Kinder betreuen ... geschweige denn, es an irgendwelche Bedingungen zu knüpfen.
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