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10 September 2012 | Von MSN, dapd

Stoppt Gauweiler das EZB-Urteil?

Berlin - Das mit Spannung erwartete Urteil des Verfassungsgerichts über die Massenklage gegen Euro-Rettungsschirm und Fiskalpakt droht sich zu verzögern: Der CSU-Politiker Peter Gauweiler hat in Karlsruhe einen neuen Eilantrag eingereicht und will so eine Verschiebung des Verkündigungstermins erreichen.


Er hält den geplanten Aufkauf von Anleihen von Krisenstaaten durch die Europäische Zentralbank (EZB) für verfassungswidrig. Dagegen gaben sich Koalition und Opposition am Wochenende überzeugt, dass das Gericht den ESM und Fiskalpakt billigen wird.

Gauweiler reichte seinen Eilantrag nach eigenen Angaben Ende letzter Woche ein. Der Bundestagsabgeordnete will erreichen, dass die EZB ihre "undemokratische Selbstermächtigung" zurücknimmt. Bis dahin dürfe der ESM nicht in Kraft treten, sollte er vom Verfassungsgericht gebilligt werden.

Am Tag zuvor hatte die EZB beschlossen, in unbegrenzten Umfang Staatsanleihen aufzukaufen. Voraussetzung ist, dass die Schuldenländer sich unter den Rettungsschirm stellen und Reformen einleiten.

EZB soll nicht zum "Hyperrettungsschirm" werden

Sollte das Bundesverfassungsgericht nicht mehr bis Mittwoch (12.9.) über seinen neuen Eilantrag entscheiden können, verlangt Gauweiler, dass das für diesen Tag angekündigte Urteil verschoben wird. Mit dem Schritt der EZB sei eine völlig neue Situation für die Beurteilung des ESM entstanden. Das Gesamtrisiko für den Bundeshaushalt sei "völlig unkalkulierbar und deshalb auch unverantwortbar" geworden. Der als Euro-Rebell bekannte Gauweiler beklagt, dass mit den EZB-Käufen Entscheidungen und Kontrollen des Bundestages umgangen werden. Die EZB mache sich zum "Hyperrettungsschirm" und maße sich Kompetenzen an, die ihr europarechtlich nicht zustünden.

37.000 unterstützen Massenklage gegen ESM

Vor Bekanntwerden des Gauweiler-Antrages versicherte dagegen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), er rechne nicht mit einem Stopp. Er sagte der "Bild am Sonntag", bei der Schaffung des ESM sei sorgfältig geprüft worden, "dass er nicht gegen die Verfassung verstößt". Auch habe das Bundesverfassungsgericht niemals den Kurs der europäischen Integration als gegen das Grundgesetz gerichtet beurteilt.

Ähnlich äußerte sich der Fraktionsgeschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann. Er sagte im "Tagesspiegel am Sonntag", das Verfassungsgericht habe in den bisherigen Entscheidungen zu den Rettungsschirmen immer wieder den Gedanken der demokratischen Legitimation betont. "Ich glaube, dass das Gericht in der Kontinuität dieser Entscheidungen bleiben wird und rechne damit, dass es den Rettungsschirm für verfassungsgemäß erklären wird."

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet am Mittwoch über die Klagen des Bündnisses "Europa braucht mehr Demokratie" gegen ESM und Fiskalpakt. Das Bündnis wird nach eigenen Angaben von 37.000 Menschen unterstützt und stellt damit die größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der Bundesrepublik. Es fordert unter anderem einer Volksabstimmung über die Instrumente der Euro-Rettung.

Ein Nein des höchsten Gerichts verlangten am Samstag auch einige hundert Demonstranten in Karlsruhe. Zu der Kundgebung hatten unter anderem das "Aktionsbündnis Direkte Demokratie" und die Freien Wähler aufgerufen.

Kauder sieht EZB-Unabhängigkeit ein wenig beschädigt

Die EZB-Entscheidung sorgte allerdings erneut für kritische Töne bei Opposition und Koalition. Oppermann warf der Regierung Scheinheiligkeit vor: Dem "Tagesspiegel" sagte er, die EZB solle "im Wahljahr durch den Ankauf von Staatsanleihen für Ruhe sorgen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wisse aber, dass sie im eigenen Lager dazu keine Mehrheit habe. "Um die Wähler nicht aufzuschrecken, umgeht sie das Parlament", sagte Oppermann.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, sieht die Unabhängigkeit der EZB von der Politik angekratzt. Der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) sagte er: "Weil der EZB-Einsatz an politisch beschlossenen Programmen hängt, ist ihre Unabhängigkeit ein wenig in Frage gestellt." Der Bundestag müsse entscheiden, ob ein Land ein Hilfsprogramm erhalte oder nicht. "Und ohne ein Programm wird die EZB nicht kaufen."

Schäuble zeigte sich erneut sicher, dass die EZB in den Grenzen ihres Mandats agieren werde: "Eines ist klar: Zur Staatsfinanzierung darf die Geldpolitik nicht dienen. Diese Grenze darf nicht überschritten werden", sagte er der "Bild am Sonntag".

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14Kommentare
10. Sep 2012 11:27
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Blablabla,

 

und am Ende zahlt der Deutsche Michel alles! Klar, für Banken und europäische Pleitegeier sind Milliarden da, für Rentner, Kranke und Bildung nicht!

Sehr sozial, da sollte man es doch wie Altkanzler  Schröder machen und seine Millionen von Putins Gasprom gleich in der Schweiz versteuern!!!

10. Sep 2012 11:55
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Richtig Herr Gauweiler - Recht haben die 37000 unterstützenden Kläger.
Die EU und der Euro waren seit Urheberschaft eine nicht demokratische Vereinbahrung von Finanzwelt und Politik, bei der die Politik übers Ohr gehauen wurde. Ich sage nur Kohl und seine Durchsetzung ohne Prüfung (obwohl er von Dritten daraufhin gewiesen würde).
In keiner Verfassung  der europäischen Länder ist eine finanzielle "Enteignung" festgeschrieben. Jeder Staat hat die Pflicht gegenüber seinen Bürgern einen verfassungskonformen Haushalt zu führen, ohne Vergemeinschaftung mit anderen Ländern. Und die EZB hat absolut nicht das Recht über den Kopf der Verfassungen hinweg zu entscheiden oder von Politikern den ungesetzlichen den Auftrag zu bekommen. Niemand in ganz Europa wurde jemals vor einer Entscheidung betreffend der EU und betreffend des Euros gefragt. Alles Verbrecher an der Demokratie und Diener der Finanzwelt.
10. Sep 2012 12:10
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Warum wird die Bevölkerung nicht gefragt? Wieviele Milliarden, die vorraussichtlich nie zurückgezahlt werden können, sollen noch, auf dem Rücken ehrlicher Steuerzahler, in die Euro-Rettung investiert werden? Wovor hat die Politik den Angst?, vor einer Inflation, die doch schon vorhanden ist?, vor dem Machtverlust?, oder davor weniger besch... zu können?
10. Sep 2012 15:30
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so unerwartet das ist:

Gauweiler klingt wie die letzte Hoffnung für den deutschen Steuerzahler.

Was eine scheiß Welt nicht mehr Hoffnung haben zu können.

Drücken wir Ihm die Daumen, daß unsere Richter mal an uns denken (und nicht immer an die Politikerklasse), wenn sie urteilt.

10. Sep 2012 15:15
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Das gericht ist längst solch politischem druck ausgesetzt das eine freie rechtsfindung längst nicht mehr möglich ist. Was sagt unsere kanzlerin immer wieder: scheitert der euro,scheitert europa. Selten so etwas dümliches gehört ! Den euro gibt es seit 2002,europa wohl ein paar jahrzehnte länger. Aber die kanzlerin regiert uns ja auch nicht,sie führt nur aus. Längst sind großwirtschaft , versicherungsgiganten und banken die entscheiden was in diesem land geschieht. Herr voßkuhle schaut nur noch wie er es gestzlich absichert wird das deutsche gelder verfassungswiedrig fürs ausland ( milliarden schwere aktionäre, banken ) ausgegeben wird. Fragt doch mal was ist mit hartz 4 leuten, geringverdiener,rentner die ein leben lang eingezahlt haben und nun alle gemeinsam jeden euro umdrehen,ob die nicht mal 50 mehr bekommen könnten. Diese regierung muss weg,egal wie !
10. Sep 2012 15:20
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Und ich traue meinen augen und ohren nicht das ich mich mal auf der seite von herrn gauweiler wiederfinde,aber in diesem fall sage ich nun : DAAAAAANKE . Auch den anderen 40000 tausend klägern.
10. Sep 2012 15:00
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Das Bundesverfassungsgericht wird d ie Klagen abweisen vielleicht mit kleinen unbedeutenden Auflagen und das deutsche Volk wird mit Steuern und Abgaben noch mehr ausgepresst. Dazu wird dann eine steigende Inflation kommen durch das Anwerfen der Notenpresse, Sparguthaben entwertet!

 

10. Sep 2012 12:23
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Wenn das Geld auf ist, dann aber auch für die Beamten. Richter, Politiker, Banker und Unternehmer brauchen wir dann sowieso nicht mehr. Diese Klientel sägt sich selber den Ast ab, auf den sie sitzen. Kann man mal sehen, wie weit diese von der Realität doch weg sind. Na...wo nichts ist, kann man eben nichts mehr holen. Nur was passiert dann, gilt dann für den Bürger gegenüber dieser Klientel auch das Grundgesetz nicht mehr. Wenn das ganze jetzt nicht sofort zurück gefahren wird, dann Gnade uns Gott.
10. Sep 2012 19:00
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Der Gauweiler sollte eine neue Partei gründen, ich denke die käme auf Anhieb auf 50 Prozent !

10. Sep 2012 14:21
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bla.. bla ....bla ... nur eine jammer nimand vom euch geht auf die strasse protestieren, nimand vom euch will dagegen was tun nur rede, warum vom ganze Deutsche volk nur 40,000 einklage und nicht 70.-80Mlrd??? War das so schwehr diese sch..... papier unterschreiben und weg schicken?

"Wen Bauer schneidet Haare vom Schafe, Der bleibt stiel".

 

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