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20 November 2012 | Von dapd, afp

So funktionieren "Iron Dome" und "Patriot"

Das seit März 2011 installierte israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" ("Eisenkuppel") erlebt gerade seine große Bewährungsprobe. In den vergangenen Tagen fing es zahlreiche aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen ab. Im Grenzkonflikt mit Syrien will die Türkei von der Nato "Patriot"-Raketen anfordern. Doch wie funktioniert ein Raketenabwehr-System eigentlich?


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Nimmt im aktuellen Nahost-Konflikt eine Schlüsselrolle ein: Das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" ("Eisenkuppel").

"Iron Dome" kann Kurzstreckenraketen und Mörsergeschosse in Entfernungen von vier bis 70 Kilometern abfangen. Jede Batterie besteht aus einem Radar, einer Feuerleitsoftware und drei Werfervorrichtungen mit je 20 Abwehrraketen. Finanziell unterstützt von den USA, investierte Israel rund eine Milliarde Dollar (über 780 Millionen Euro) in die Entwicklung des Systems, das vom staatlichen Rüstungsunternehmen Rafael Defense Systems hergestellt wird. Nach Medienberichten kostet jeder Schuss etwa 50.000 Dollar.

Laut israelischer Armee liegt die Trefferquote bisher zwischen 75 und 90 Prozent. Militärexperten zufolge wären 13 Einheiten nötig, um Israel einen kompletten Schutz zu bieten. Bis so viele im Einsatz sind, dürften noch Jahre vergehen.

Die israelischen Streitkräfte wollen zudem bis 2014 ein neues Raketenabwehrsystem einsatzfähig machen. Das System "David's Sling" ("Davids Schleuder"), benannt nach der biblischen Geschichte von David und Goliath, habe bereits mehrere Tests durchlaufen, sagte ein Vertreter aus dem Verteidigungsministerium.

Raketenabwehr ist essenziell für Israel

Nach Angaben des Herstellers Rafael Advanced Defense Systems sollen die Abfangraketen gegen Geschosse mit einer Reichweite von 300 Kilometern eingesetzt werden. Demnach sollen feindliche Raketen in großer Höhe "über feindlichem Territorium" getroffen werden. "Wir wollen nicht, dass sie auf uns fallen, sondern auf unsere Feinde", sagte ein Vertreter des Rüstungskonzerns.

Der Raketenabwehr räumen die israelischen Streitkräfte eine immens hohe Priorität ein. Im ersten Golfkrieg vor 20 Jahren feuerte der Irak 39 Raketen auf Israel, keine davon konnte abgefangen werden. Im vergangenen Jahrzehnt nahm die Bedrohung durch Raketen aus dem Gazastreifen weiter zu. Die libanesische Hisbollah feuerte überdies während des Krieges 2006 rund 4.000 Raketen auf Israel ab. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass rund 200.000 Raketen auf Israel gerichtet sind. Vor allem der Iran wird vom Militär als Bedrohung wahrgenommen.

Daher haben die Streitkräfte mittlerweile massiv aufgerüstet. "David's Sling" ist ein weiterer Baustein in einem Verteidigungssystem, das bereits moderne Abwehrsysteme gegen Kurzstreckenraketen ("Iron Dome") und Raketen größerer Reichweite ("Arrow") umfasst. Eine neue Generation von "Arrow" soll bis 2016 entwickelt werden.

"Patriot"-System ist auf Flugzeuge, Marschflugkörper und Mittelstreckenraketen spezialisiert

Das Flugabwehrsystem "Patriot" besteht aus radargestützten Mittelstreckenraketen, die vom Boden abgeschossen werden. Die Abschussbatterie und Bodentechnik wird in der Regel auf einen Sattelschlepper montiert. Das System wurde in den 1960er Jahren von den US-Unternehmen Raytheon und Lockheed entwickelt. An der Fertigung waren auch deutsche Unternehmen beteiligt. Zum Einsatz kam das System zum ersten Mal im Golfkrieg 1991 im Irak.

Mit den Raketen können Flugzeuge, Marschflugkörper und Mittelstreckenraketen bekämpft werden. Für die Abwehr kleiner Geschosse wie Mörsergranaten ist es dagegen weniger geeignet. Die Besonderheit des Systems ist ein Zusammenschluss mehrerer Radargeräte, die auch auf ein Antennensystem zurückgreifen können. Außerdem wird automatisch zwischen Freund und Feind unterschieden und eine Bedrohlichkeitseinstufung vorgenommen. Bis zu fünf Flugziele können gleichzeitig bekämpft werden.

Schon während des Irak-Kriegs 2003 im Nahen Osten im Einsatz

Die Bundesrepublik besitzt seit 1989 das "Patriot"-System. Neben Deutschland und den USA verfügen zudem Griechenland, die Türkei, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien, Kuwait und die Niederlande über solche Raketentechnik. Das System gilt auch heute noch als eine der modernsten Flugabwehrwaffen der Welt.

Der Einsatz an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien wäre nicht der erste in der Region. Vor der US-Invasion im Irak 2003 hatte Deutschland solche Raketen an Israel geliefert, das sich damit gegen einen möglichen Raketenbeschuss aus dem Irak wehren wollte.

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