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Erstellt am: 3 Dezember 2012 | Von dpa, dpa-infocom

Regierung verteidigt Waffenexporte nach Saudi-Arabien

Immer wieder sickern Informationen über heikle Rüstungsgeschäfte aus dem Bundessicherheitsrat durch. Aktuell geht es wieder um Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien. Die Opposition ist empört, die Regierung schweigt - wie immer.


Regierung verteidigt Waffenexporte nach Saudi-Arabien

Claudia Roth hat die Bundesregierung vor einem neuen Waffengeschäft mit Saudi-Arabien gewarnt. Foto: dpa/Archiv

Regierungssprecher Steffen Seibert nannte das Königreich am Montag einen «Stabilitätsfaktor in der Region». Über den Export von Kriegswaffen in das wegen Menschenrechtsverletzungen kritisierte Land werde aber im Einzelfall entschieden.

Zu den jüngsten Berichten über eine saudische Anfrage nach mehreren hundert deutschen Radpanzern vom Typ «Boxer» wollte Seibert sich nicht äußern. Dabei berief er sich auf die Geheimhaltungspflicht für die Beratungen im Bundessicherheitsrat, dem Entscheidungsgremium der Regierung für Rüstungsexportgeschäfte.

Die Opposition warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich vor neuen Waffengeschäften mit Saudi-Arabien. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nannte die angeblichen Pläne unverantwortlich. Sie zeigten, dass sich Merkel um Menschenrechte nicht groß kümmere. Die SPD werde im Fall eines Bundestagswahl-Siegs 2013 eine Beteiligung des Bundestags an der Genehmigung deutscher Rüstungsexporte gesetzlich auf den Weg bringen.

Grünen-Chefin Claudia Roth warf der CDU-Chefin in der «Süddeutschen Zeitung» «einen radikalen Paradigmenwechsel» in der Außenpolitik» vor. Merkel bewege sich «hin zu einer Doktrin, die auf Waffen und Militär setzt». Damit mache sie sich zur «Kumpanin von Menschenrechtsverletzern, im Fall von Saudi-Arabien sogar von militanten Fundamentalisten». Ähnlich äußerte sich Linken-Vize Jan van Aken. «Angela Merkel macht Außenpolitik mit der Waffe in der Hand.»

Nach einem «Spiegel»-Bericht hat sich der Bundessicherheitsrat in der vergangenen Woche mit einer Anfrage Saudi-Arabiens nach Lieferung von mehreren hundert «Boxer» beschäftigt, die Entscheidung aber vertagt. Das Königreich soll auch Interesse an der modernsten Version des Kampfpanzers «Leopard 2» haben, die vor allem zur Bekämpfung von Aufständen geeignet ist. Merkel hatte in einer Rede im Oktober klargemacht, dass sie verstärkt auf Rüstungsexporte in vertrauenswürdige Staaten setzen wolle - konkrete Länder nannte sie allerdings nicht.

Als Beleg für die stabilisierende Rolle Saudi-Arabiens nannte Regierungssprecher Seibert die Verdienste Riads bei der Suche nach einer friedlichen Lösung der Krise im Jemen und die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus, die «produktiv und wichtig» sei.

2011 wurden Kriegswaffen im Wert von 30 Millionen Euro aus Deutschland nach Saudi-Arabien exportiert. Genehmigt wurden Ausfuhren für insgesamt 140 Millionen Euro. Für das streng islamische Land sind unter anderem Bodenstationen für unbemannte Fluggeräte, Kampfflugzeug-Teile und Munition etwa für Granatwerfer, Haubitzen oder Mörser bestimmt. Seibert betonte, dass es sich bei allen Genehmigungen um Einzelfallentscheidungen handele. «Es gibt keine Automatismen.»

Forderungen der Opposition nach mehr Transparenz bei der Genehmigung von Rüstungsexporten wies Seibert zurück. «Die Bundesregierung sieht keinen Grund, an dieser Staatspraxis, die seit Jahrzehnten geübt wird, etwas zu ändern», sagte er. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, will die Geheimhaltungspflicht für Beschlüsse des Bundessicherheitsrats allerdings ebenfalls auf den Prüfstand stellen. «Man muss über die Fragen grundsätzlich öffentlich reden können», sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Vom Bundessicherheitsrat genehmigte Rüstungsexportgeschäfte werden erst mit monatelanger Verzögerung im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung veröffentlicht. Begründet werden die Genehmigungen darin nicht.

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7Kommentare
3. Dez 2012 19:06
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Ja, der Waffenexport ist ein sehr umstrittenes Gebiet. Nur auch hier sollte Sachlichkeit nicht von Wunschdenken und schon garnicht von populistischem Wahlkampfgeschreie vertaucht werden. Staaten (auch Diktaturen) haben bisher immer ihre Waffen beschaffen können. Auch Deutschland hat in der Vergangenheit Waffenliferanten (zwar duch demokratische Gesetze kontrolliert) ihre Geschäfte nicht verhindert. Übrigens hat auch die SPD und die Grünen in Zeiten, wo sie regierte den Waffenexport weder verhindert noch anders geregelt. Also jetzt anderes Verhalten unter dem Deckmantel von Transparenz zu verlangen ist peinlich.
Ich bin überzeugt, dass bei einem "Nein" zur Panzerlieferung nicht erwirkt, dass der  Besteller ohne Panzer bleibt, die Lieferung wird dann ein Konkurent übernehmen.
Klar wäre eine Welt ohne Waffen wünschenswert, aber unreal unter den derzeitigen Bedingungen....

4. Dez 2012 10:13
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würde man kein arabische öl kauf, hätten die auch kein geld für panzer.

da wir alle aber eifrig weiter öl verbrauchen, haben die saudis das geld und wer das geld hat wird seine wünsche schon erfüllt bekommen.

warum sollte deutschland keine waffen liefern wenn sie bezahlt werden?!?

israel schenken wir u-boote, griechenland geben wir geld damit sie bei uns einkaufen können, also können wir auch selbstzahler beliefern.

 

bevor wir uns anstand teuer erkaufen, müssen wir unabhängig vom arabischen öl werden. erst dann können wir sinnvoll gegen die bewaffnung usw. vorgehen, denn vorher sind wir erpressbar.

 

3. Dez 2012 16:13
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irgendwann stehen diese dreckspanzer vor deutschen soldaten,einem potenziellem kriegsgegner die eigenen, besten deutschen waffen zu liefern, ist nur eins,verbrecherisch...
4. Dez 2012 16:13
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Deutschland will überall Nr.:1 werden.

Im Rüstungsexport dümpelt die BRD nur auf einen dritten Platz.Und da ist Luft nach oben.

Also wird alles raus geworfen ,was den Tod herbeiführen kann.

Rüstungsexporte werden von der Politik tatkräftig unterstützt.

Rüstungsexporte sind das Zugpferd für die Ausfuhr,so makaber das klingt.

Bürger,es liegt an uns,diesen Wahn zu beenden.Machen wir unser Kreuz 2013 bei den Linken.

Wir haben nur die eine Chance.

3. Dez 2012 16:53
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Es ist doch schon längst durchgewunken, genehmigt, abgesegnet...   Nur schrecklich, dass es jetzt an die Öffentlichkeit gekommen ist.
Gibt es etwa Neider in den eigenen Reihen?
Das weiß Fr. Merkel zu beseitigen. Denn die größte PFEIFE ist/hat sie!

3. Dez 2012 16:32
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Ich kann es einfach nicht glauben, dass sich Deutschland indirekt an Kriegen beteiligen will. Wenn das von Frau Merkel gutgeheißen wird, gehört sie erst recht abgewählt. Diese Frau ist nicht nur machtbesessen sondern auch sehr gefährlich für Deutschland und seine Verbündeten.
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