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20 Juni 2012 | Von dadp

Bildungsexperten kritisieren Betreuungsgeld

Bildungsexperten sehen das geplante Betreuungsgeld kritisch. Im neuen nationalen Bildungsbericht äußern sich Experten nach dapd-Informationen skeptisch, ob der Staat die anstehenden Aufgaben in der frühkindlichen Bildung - wie den Ausbau der Kindertagesstätten - finanziell schultern kann, wenn neue Belastungen wie das Betreuungsgeld hinzukommen. Die Bundesregierung machte sich die Bewertung nicht zu eigen. Die CSU pocht auf Umsetzung des Betreuungsgeldes und verwarf unterdessen einen Gutschein-Vorschlag aus der Schwesterpartei CDU.


Foto: dapd

dapd

Eine unabhängige Wissenschaftlergruppe erstellt den nationalen Bildungsbericht alle zwei Jahre im Auftrag von Bund und Ländern. Der neue Report wird am Freitag in Berlin vorgestellt. Es ist eine umfangreiche Bestandsaufnahme zum deutschen Bildungssystem. Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter und ein Sprecher des Bildungsministeriums betonten, dass es in dem 350 Seiten starken Bericht nur einen Satz zum Betreuungsgeld gebe, der die Meinung der Experten und nicht der Regierung widerspiegele. Ressortchefin Annette Schavan (CDU) habe dem Betreuungsgeld im Kabinett zugestimmt und stehe dazu.

Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Caren Marks, sprach von einer neuen "Klatsche" für das Regierungsprojekt. Die Liste kritischer Studien zum Betreuungsgeld werde immer länger. Warum die Regierung diese Berichte ignoriere, sei unverständlich.

Foto: dpa

Erbost über die Einschätzung der Experten zeigte sich Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU). "Es ist nicht Aufgabe eines solchen Bildungsberichts, politische Statements abzugeben. Und dass dann noch ein Zusammenhang hergestellt wird, den es nicht gibt, ist unakzeptabel", sagte die Ministerin der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe).

CSU-Chef Horst Seehofer machte deutlich, das Vorhaben sei für die CSU eine "conditio sine qua non". Er fügte hinzu: "Das heißt, die CSU würde es nicht hinnehmen, ohne das Betreuungsgeld diese Legislatur abzuschließen." CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt warnte im "Straubinger Tagblatt" (Donnerstagausgabe) davor, einen einseitigen Anreiz für eine staatliche Kinderbetreuung zu setzen.

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Die CSU wies auch einen Vorschlag aus der CDU zurück, der ein Wahlrecht zwischen der Barauszahlung des Betreuungsgeldes und einem Gutschein für den Abschluss einer Riester-Rente vorsah. Der Vorstoß kam vom CDU-Familienpolitiker Markus Grübel. Um den Gutschein attraktiv zu machen, solle es im Vergleich zu den 150 Euro Barauszahlung einen Aufschlag von zehn Euro geben, schlug Grübel in den "Stuttgarter Nachrichten" vor. "Auch die CSU weiß, dass sie nicht eins zu eins bayerische Landesvorstellungen als Bundesgesetz durchsetzen kann", betonte der Esslinger Bundestagsabgeordnete.

Die CSU hält von dem Vorschlag nichts. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Der Gesetzentwurf der Bundesregierung steht und ist beschlussfertig." Die CSU wolle, "dass er so, wie er ist, in den Bundestag eingebracht und beschlossen wird".

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, kritisierte, die Debatte in der Union werde "immer unsäglicher und immer hilfloser". Das Betreuungsgeld bleibe auch in Kombination mit der Rente falsch, sagte Oppermann der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstagausgabe).

imago

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3Kommentare
20. Jun 2012 17:56
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Seltsam... trotz Meinungen von Erziehungswissenschaftlern,von gutgemeinten Ratschlägen aus dem Ausland (Schweden, Finnland) ,hält die CSU und ihr Sprachrohr an das Erziehungsgeld fest. Da könnte doch der Verdacht aufkommen, das da mehr hintersteckt. Ist schon seltsam, das die CSU plötzlich einen sozialen Gedanken hat.
20. Jun 2012 20:29
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Wieder einmal ein Beweis dafür das unsere Politiker nicht

nachdenken und rechnen können.

Das Geld wäre in Sozialen Projekten besser angelegt.

Aber,- Dummheit siegt. !

 

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