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7 Juni 2012 | Von afp

CDU-Politiker fordert Betreuungsgeld für alle Eltern - Hamburg prüft Verfassungsklage

Passau/Berlin - Das vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Betreuungsgeld bleibt auch in der Union weiter umstritten. Einige CDU-Politiker fordern Änderungen an dem Gesetz. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz lässt eine Verfassungsklage gegen das umstrittene Betreuungsgeld prüfen.


dpa

«Kein Gesetz verlässt den Bundestag so, wie es hineingegangen ist. Das muss auch beim Betreuungsgeld der Fall sein», sagte der CDU-Familienpolitiker Thomas Jarzombek der «Passauer Neuen Presse». Die Koalition will Eltern, die die Betreuung ihrer Kleinkinder selbst organisieren und keine staatlich geförderte Krippe oder Tagesmutter in Anspruch nehmen, ab Januar 2013 ein Betreuungsgeld von zunächst 100 Euro monatlich zahlen. Ab 2014 soll der Betrag für die zwei- und dreijährigen Kinder auf 150 Euro erhöht werden. Die Koalitionsfraktionen wollen das Gesetz bereits am 29. Juni im Bundestag abschließend verabschieden.

Jarzombek forderte, allen Eltern von Kleinkindern im Alter von zwei und drei Jahren Betreuungsgeld zu zahlen - unabhängig davon, ob sie Vollzeit, Teilzeit oder gar nicht arbeiteten und unabhängig davon, wie die Kinder betreut würden. «Gerade Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen können das Geld gut gebrauchen», meinte Jarzombek.

dapd

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Weinberg sagte: «Ich gehe davon aus, dass Änderungen im parlamentarischen Verfahren noch möglich sind.» So werde in der Fraktion diskutiert, ob es wirklich sinnvoll sei, das Betreuungsgeld daran zu knüpfen, dass keine öffentlich geförderte Betreuung genutzt werde.

Norbert Barthle (CDU), Chefhaushälter der Union im Bundestag, rechnet ebenso mit Änderungen: «Wir werden uns den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld genau anschauen. Es wäre überraschend, wenn es im parlamentarischen Verfahren nicht noch zu Änderungen kommen würde.»

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz lässt eine Verfassungsklage gegen das umstrittene Betreuungsgeld prüfen. Er halte es für "sehr wahrscheinlich", dass der Bund für das Betreuungsgeld keine Gesetzgebungskompetenz habe, sagte der SPD-Vizechef dem "Hamburger Abendblatt" (Donnerstagausgabe). Da Thüringen bereits 2006 ein Landes-Betreuungsgeld eingeführt habe, gebe es keine Begründung für eine bundeseinheitliche Regelung. Die Hamburger Justizbehörde habe daher den Auftrag, "die Angelegenheit zu prüfen und - wenn das Gesetz beschlossen ist - eine Klage vorzubereiten".

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld trotz heftiger Kritik von Opposition und Verbänden verabschiedet. Das Betreuungsgeld für Kleinkinder, die keine Betreuungseinrichtung besuchen, soll ab 2013 zunächst 100 Euro betragen, ab 2014 dann 150 Euro.

imago

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4Kommentare
7. Jun 2012 13:38
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Anstatt sich Gedanken über ein sinnloses Betreuungsgeld zu machen, sollte man lieber soweit gehen und alle Leistungen für Kinder und Jugendliche kostenlos anbieten.
Sprich Kinderbetreuung, Schulbesuch inclusive Schulessen, Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe und Nachhilfeunterricht, Busfahrten und damit mein ich nicht nur für den Schulbetrieb, ärztliche Versorgung, Beteiligung am kulturellen Leben, Sportvereine und Freizeitaktivitäten.
Dies könnte man natürlich für Besserverdienende mit einer Pauschalisierung verknüpfen, aber dass wäre wieder nicht Gerecht.
Ich denke dadurch würden sich viele Probleme ganz von allein lösen.
Und die Gelder sind vorhanden, denn dass sehen wir ja an den Gehaltsvorstellungen unserer Politikern...

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das betreungsgeld wir angeblich auf hartz IV angerechnet, somit bremst schon die regierung den nachwuchs von hartz IV empfängern aus. wozu kinder zeugen, wenn ich keine staatliche unterstüzung bekomme. kinder in die welt zu setzen ist/wird ein privileg der besserverdiener bzw. der reichen.

7. Jun 2012 12:37
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Eine sehr wohwollende Beschreibung:  MOGELPACKUNG
8. Jun 2012 07:40
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Och ich weiß nicht, so ganz Unrecht hat B.S. nicht. Eigentlich stimme ich ihm sogar großteils zu.

Ich halte prizipiell nichts von irgendwelchen Regelungen oder Gesetzen, die es Familien ermöglichen, aus dem Umstand das sie Kinder haben, Kapital zu schlagen. Diese Regelungen werden von sozial schwachen Familien (warum es sie auch immer gibt...denn wenn ich kein Geld habe, habe ich auch keine Kinder...)  oft missbraucht und die Kleinen kommen zu kurz.

Bei einer Regelung wie B.S. sie vorschlägt, würde dies aber einfach nicht möglich sein. Sie würde aber im Gegensatz dazu, viele Aktivitäten ermöglichen, die ansonsten nur Kindern aus normalem Hause offen stehen.

Ok...natürlich kann man nicht sämtliche Aktivitäten kostenlos für Kinder anbieten. Das ist Utopie. Man kann aber das Betreuungsgeld in verschiedene Leistungen umwandeln, die jedes Kind benötigt. Dies wäre sinnvoller als die Beträge einfach Eltern zukommen zu lassen, die zu verantwortungslos sind, um sich vorher zu überlegen, ob sie sich überhaupt Kinder leisten können.

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