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NDR: Offenbar illegaler Antibiotika-Einsatz bei Geflügelmast

Das Lanuv hatte laut Bericht im Januar und Februar bei 36 Geflügelmastbetrieben Trinkwasserproben entnommen und bei 22 von ihnen Auffälligkeiten festgestellt: Bis zu sechs verschiedene Antibiotika-Wirkstoffe habe das Landesamt nachweisen können. Bei der Hälfte der Proben habe die letzte offiziell dokumentierte Behandlung aber mindestens 35 Tage zurückgelegen. Das legt den Verdacht nahe, dass die Geflügelhalter Medikamente verabreichten, ohne dies im sogenannten Stallbuch zu dokumentieren. Dies ist gegen die gesetzlichen Vorschriften.
Das Landesamt wies in den Trinkwasserproben laut Bericht sogar Antibiotika nach, die der Halter angeblich zuletzt vor mehr als 500 Tagen angewendet hatte - die behandelten Tiere waren längst geschlachtet. Ein Nachweis nach so langer Zeit lege laut Lanuv den Verdacht nahe, dass diese Betriebe das Antibiotikum ebenfalls ohne die vorgeschriebene Dokumentation verabreichten, wie NDR Info berichtete. Das Lanuv spreche in solchen Fällen von Wachstumsdoping. Das sei seit 2006 verboten.
Dem Bericht zufolge müssen Tierhalter Geräte, die mit Fütterungsarzneimitteln in Berührung kommen, reinigen. Sonst besteht die Gefahr besteht, dass der Wirkstoff verschleppt und in Proben gefunden werden kann. Dies sei in einem Leitfaden des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom Juni 2009 festgelegt.
Der Sprecher des Ministeriums, Holger Eichele, erklärte, Verstöße gegen die Vorschriften zur Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung seien "nicht tolerabel" und müssten von den Behörden konsequent geahndet werden. Dafür seien die Landesbehörden zuständig. Offenbar funktioniere in NRW die Überwachung nicht.
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Die neue NRW-Studie ist laut NDR Info eine Folgestudie aus dem Oktober 2011, als das Lanuv öffentlich machte, dass fast alle Hähnchen aus Mastbetrieben Antibiotika bekommen, und zwar zum Wachstums- oder Gesundheitsdoping, wie NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) sagte. Niedersachsen kam zu ähnlichen Ergebnissen bei der Aufzucht von Kälbern und Schweinen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) legte im Januar ihren Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vor, mit dem der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung stark eingeschränkt werden soll.
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