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BRÜSSEL, 5. November (AFP) - Der Rauschgifthandel im Internet boomt. Das World Wide Web sei inzwischen "ein bedeutender Marktplatz für psychoaktive Mittel", heißt es in dem am Donnerstag in Brüssel vorgestellten Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). Vor allem Modedrogen werden demnach per Mausklick gehandelt.


Das Internet erlaube es den Händlern, "einem breiten Publikum Alternativen zu kontrollierten Drogen anzubieten", heißt es in dem Bericht. Neu sei auch "die aggressive Vermarktung von bewusst falsch ausgezeichneten Produkten", sagte der Vorsitzende der Drogen-Beobachtungsstelle, Wolfgang Götz.


Von insgesamt 115 Online-Verkaufsstellen, welche die Drogen-Beobachtungsstelle in diesem Jahr unter die Lupe nahm, befanden sich rund 15 Prozent in Deutschland. Mehr Händler gibt es in der EU nur in Großbritannien, auf das 37 Prozent der illegalen Rauschgift-Onlineshops entfielen.


Alkohol und Cannabis - und dazu eine Pille Ecstasy: Immer mehr junge Europäer nehmen nicht nur ein Rauschmittel, sondern gleich mehrere Arten von Drogen gleichzeitig. Das geht aus dem in Brüssel vorgelegten Jahresbericht der EU-Drogenbeobachtungsstelle hervor.


Solch „polyvalenter Drogenkonsum" sei besonders gefährlich, weil er die Reaktion des Körpers auf die Giftstoffe noch verstärke, warnte Behördenleiter Wolfgang Götz. Auch erhöhe sich das Risiko chronischer Gesundheitsprobleme.


Ganz legal und doch schädlich ist die häufigste Kombination: Zigaretten mit Alkohol. An zweiter Stelle folgt zahlenmäßig der Konsum eines Mixes von Cannabis und Alkohol, danach der „Giftcocktail" Alkohol mit Cannabis sowie einer „harten Droge" wie Ecstasy, LSD, Kokain oder Heroin.

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Bedenklich sei zudem nach wie vor der europaweite Konsum der Drogen Kokain und Heroin, warnte Götz. Dieser habe sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert und er stehe weiter im Zentrum der europäischen Drogenproblematik. Etwa 5,5 Millionen Menschen aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Türkei, Kroatien und Norwegen haben in den vergangenen zwölf Monaten diese beiden Drogen konsumiert.


In Deutschland nahmen rund 1,6 Prozent der 15- bis 34-Jährigen Kokain, der europäische Durchschnitt liegt bei rund 2,2 Prozent. Nach Angaben der EU-Behörde gibt es ein starkes Ost-West-Gefälle: Während Kokain in Osteuropa kaum verwendet wird, konzentriert sich dessen Gebrauch auf die westeuropäischen Länder Dänemark, Spanien, Italien und Großbritannien.


An erster Stelle des europaweiten Drogenkonsums stehe aber weiterhin Cannabis, mit dem sich jährlich etwa 22,5 Millionen Menschen berauschen. Erstmals habe jedoch die Popularität dieser Droge vor allem bei Jugendlichen leicht abgenommen. „Das ist eine gute Nachricht", sagte Götz. Weniger ermutigend sei hingegen, dass etwa 2,5 Prozent der jungen Europäer täglich Cannabis konsumierten.


Bedenklich dagegen: Der Rauschgifthandel im Internet boomt. Das World Wide Web sei inzwischen "ein bedeutender Marktplatz für psychoaktive Mittel", heißt es in dem am Donnerstag vorgestellten Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). Vor allem Modedrogen werden demnach per Mausklick gehandelt.


Das Internet erlaube es den Händlern, "einem breiten Publikum Alternativen zu kontrollierten Drogen anzubieten", heißt es in dem Bericht. Neu sei auch "die aggressive Vermarktung von bewusst falsch ausgezeichneten Produkten", sagte der Vorsitzende der Drogen-Beobachtungsstelle, Wolfgang Götz.


Von insgesamt 115 Online-Verkaufsstellen, welche die Drogen-Beobachtungsstelle in diesem Jahr unter die Lupe nahm, befanden sich rund 15 Prozent in Deutschland. Mehr Händler gibt es in der EU nur in Großbritannien, auf das 37 Prozent der illegalen Rauschgift-Onlineshops entfielen.


Eine positive Entwicklung sieht der EU-Behördenleiter darin, dass seit 2008 in allen EU-Ländern die Behandlung mit legalen Ersatzdrogen zugelassen ist. Seitdem sei die Nachfrage enorm gestiegen. 650.000 Drogenabhängige nutzten mittlerweile jährlich diese Substitutionsbehandlung. Das habe positive Auswirkungen: „Die Leute sind weg von der Kriminalität und den großen gesundheitlichen Risiken." Ein weiteres Ergebnis des Berichts: Die Zahl der Drogentoten insgesamt ist mit etwa 8000 im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben.


Die EU-Drogenbeobachtungsstelle mit Sitz im portugiesischen Lissabon gibt keine Empfehlungen ab, sie liefert lediglich datenbasierte Fakten. Die Prävention und Bekämpfung der Drogenprobleme liegt in den Händen der Länder.