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Erstellt am: 1 Dezember 2012 | Von dpa, dpa-infocom

Islamisten trumpfen in Kairo auf

Nach den heftigen Protesten der Gegner des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben am Samstag die Islamisten Stärke demonstriert. Zehntausende Anhänger des Staatsoberhauptes strömten in die Hauptstadt Kairo, um seinen politischen Kurs zu unterstützen.


Islamisten trumpfen in Kairo auf

Neue Proteste auf dem Tahrir-Platz. Foto: Khaled Elfiqi

Über die neue Verfassung, die der Scharia und den islamischen Rechtsgelehrten ein noch stärkeres Gewicht verleiht, sollen die Ägypter in zwei Wochen, am 15. Dezember, abstimmen, wie Mursi am Samstagabend bekanntgab. Eine Mehrheit für den im Land umstrittenen Entwurf gilt als sicher.

Die Islamisten, die am Samstag zu Zehntausenden auf die Straße gingen, forderten einen größeren Einfluss des islamischen Rechts, der Scharia, auf den Alltag in Ägypten. «Säubere das Land - und wir sind mit Dir, unser Führer» oder «Der Koran ist unsere Verfassung», lauteten einige der Parolen. Nach Angaben der Muslimbruderschaft - aus deren Reihen Mursi kommt - hatten 23 Parteien und Bewegungen zur Teilnahme an der Kundgebung aufgerufen, darunter auch radikal-islamische Salafisten.

Viele Anhänger der Islamisten wurden in Bussen zum Kundgebungsort vor der Kairoer Universität gebracht. Auf Transparenten und Plakaten stellten sie sich hinter den neuen Verfassungsentwurf und die Entmachtung der Richter. Ein Demonstrant starb, 24 weitere wurden verletzt, als mehrere von ihnen auf einen Baum klettern wollten und dieser umstürzte.

Ägypten ist über den Streit um die künftige Verfassung und den autoritärer Führungsstil des Präsidenten zutiefst gespalten. Die von Islamisten beherrschte Verfassungsgebende Versammlung hatte in der Nacht zum Freitag im Schnellverfahren alle 234 Artikel eines Entwurfs gebilligt, mit dem die Rolle der islamischen Religionsgelehrten bei der Gesetzgebung gestärkt werden soll. Kritiker befürchten eine strengere Auslegung der Scharia, die weiterhin wichtigste Quelle der Gesetzgebung bleibt.

Der Entwurf war in Abwesenheit der christlichen Parlamentarier sowie vieler liberaler und linker Abgeordneter erarbeitet worden. Sie hatten das Gremium aus Protest gegen die islamistische Dominanz verlassen.

Gegner von Präsident Mursi setzten auch am Samstag ihren Protest auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo fort. In der Hafenstadt Alexandria kam es nach Angaben der ägyptischen Tageszeitung «Al-Masry Al-Youm» zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis. Laut Bericht wurden zehn Menschen verletzt.

Die Muslimbrüder erklärten über den Kurznachrichtendienst Twitter, sowohl die Gegner des Verfassungsentwurfes als auch die Befürworter hätten sich laut und deutlich geäußert. Nun sei die Zeit, das Volk an der Wahlurne entscheiden zu lassen, in welche Richtung das Land gehen solle.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich besorgt über die Lage am Nil. Der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sagte der FDP-Politiker, der Verfassungsprozess in Ägypten laufe Gefahr, die Gesellschaft zu spalten, statt zu einen. Es sei problematisch, dass sich wichtige gesellschaftliche Gruppen wie Säkulare und Christen außen vor fühlten. Grundlage für eine dauerhafte und friedliche Entwicklung in Ägypten könne nur eine «pluralistisch angelegte Verfassung» sein.

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), plädierte für politischen Druck auf Mursi. «Die Europäische Union muss unmissverständlich klarmachen, dass es ohne plurale Demokratie in Ägypten weder wirtschaftliche noch politische Zusammenarbeit geben kann», sagte er der Zeitung.

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7Kommentare
2. Dez 2012 00:53
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Die Islamisten verhalten sich in Ägypten genau so, wie es ihnen entspricht: wer derart geistlos glaubt und sich darum im vollen Besitze der Wahrheit wähnt, der muss alles Andere aus dem Wege räumen und die Welt gemäß der geglaubten göttlichen Wahrheit regieren - zum Wohle des menschen! 

In einer monotheistischen Religion kann so etwas wie Demokratie, Religionsfreiheit oder Menschenrechte notwendig nicht vorkommen, sondern eben nur das Diktat des geglaubten Gottes. In der Demokratie geben die Menschen sich die Gesetze, wonach sie in der Gemeinschaft leben wollen; und also sind diese Gesetze - fundamentalistisch verstanden - notwendig eine Gotteslästerung. Religionsfreiheit ist noch schlimmer, denn ein anderer Glaube, ein anderer Gott ist die Blasphemie schlechthin und darf daher keinesfalls geduldet werden. Die Menschenrechte resultieren - fundamentalistisch verstanden - aus der Hybris des menschen, bessere und höhere Gesetze zum Wohle des menschen formulieren zu können als der fundamentalistisch geglaubte Gott. 

Was kein fundamentalistisch gläubiger Muslim denken kann, ist, dass er, der Gläubige, definiert, was der Gott ist, was der Gott meint, was der Gott will etc., an den er, der Gläubige, glaubt! Besonders ein fundamentalistisch Gläubiger kann nicht erfassen, dass der Gott, an den er glaubt, ein Konstrukt seiner gläubigen Phantasie ist. Zu dieser Einsicht aber reicht die vorhandene Denkfähig und Denkwilligkeit des fundamentalistisch Gläubigen nicht hin. Hier ist devotion bis hin zur Proskynese gefordert und nicht die Eigenwilligkeit und die Souveränität des Denkens! 

Welch eine Naivität der sogenannten 'Westlichen Welt' zeigt sich also, wenn angenommen wird, dass in einem islamisch geprägten Lande so etwas wie Demokratie, Religionsfreiheit und Menschenrechte zustande kommen könne!?
2. Dez 2012 10:22
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Wie Karl Marx schon sagte : Religion ist wie Opium fuer das Volk  !

 

Und besonders fuer ungebildete Menschen und zum Teil auch Analphabeten.

Hier zeichnet sich die Unverantwortlichkeit der geistigen Fuehrer unter dem Deckmantel des Korans ab.

Die Gesellschaft Aegyptens ist gespalten, nur dass die Opposition keine echte Chance hat da annaehernd 90 % der Aegypter Moslems/Islamisten sind und auch Angst vor der Radikalitaet ihrer eigenen fanatischen Glaubensbrueder haben.

2. Dez 2012 07:56
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Islamisten trumpfen in Kairo auf:

 

Warum denn Aufregung verbreiten. Die Moslems haben die Wahl gewonnen, also gestalten sie auch ihr Land nach ihrem Muster. Wer das im "Westen" nicht anerkennen will muss dort schon nach ATOMBOMBEN suchen. Dann würde sich aber der Erfahrung nach auch nicht viel ändern. Warscheinlich endet das im gleichen Chaos wie im Irak.khf

2. Dez 2012 09:42
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Westerwelle schon wieder! Das muß nicht sein.Eine Verfassung als Grundlage für eine dauerhafte und friedliche Entwicklung des Landes? Und warum hat die BRD noch keine.Nach Volkswillen.Warum wird die "selbstangefertigte Verassung"nicht befolgt?Warum kann ein jeder "Möchtegernpolitiker"der BRD-Schaden zufügen,dem Volk Schaden zufügen,wie es ihm gerade paßt?

Hat der zuviel Sand in die Augen bekommen? Es gibt auch Augenwischer!

Was ist mit den denn los.Hat er jede politische Realität verloren?

Weiß er nicht,daß die BRD,keine Verfassung besitzt! Da noch keine Regierungsgründung seit dem Ende des 2.Weltkrieges,stattfand.Das es immer noch,von den Alliierten,eingesetzte Provisorium ist/sind.Ein jeder mit politischer Allgemeinbildung weiß,daß nur durch eine Volkswahl eine Regierung gebildet werden kann,mit den dazugehörigen Grundgesetzen/Verfassung.Auch Deutschland mit oder ohne den Westerwelle hat sich die BRD/Deutschland nach gültigen Völkerrecht zu halten.Wir sind immer noch nicht Selbstständig! So auch die Aussage von Schäuble.Das alles weiß der Westerwelle noch nicht?Er sollte öfter an poiltischen Schulungskursen Teilnehmen.Bevor er solche BRD-schädigende/Volk Reden losläßt.Der Ägypter ist auch nicht Dumm.Wie lächerlich, in aller Welt, kann man sich noch machen?Will er uns Zeigen wie man das macht?Das ist ihm wahrlich,wieder mal gelungen!Bitte nicht Nachahmen.Mit ihm sind das noch 621 "eingesetzte Landesbeamte".Die reichen um das Ansehen,Deutschlands,in aller Welt,zu schädigen.

2. Dez 2012 08:40
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nur in Kairo..????

Denkt mal nach...

...in DEUTSCHLAND ..nicht ???

Salafisten.dürfen ihren scheiß verbreiten..ist das Demokratie ???

..und eine Partei soll verboten werden...in Deutschland ???
 Herr Ausssenminister .....ist es IHNEN ,,zu warm'' oder haben Sie nur etwas in ihren Hosen das nicht so will.....weil es klemmt.
Aber UNS kann man nicht verbitten....WIR sind inmmer da....
Katzen sind unsterblich-fast-



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