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13 September 2012 | Von afp

Youtube schränkt Zugang zu antiislamischem Film ein

Washington - Nach den blutigen Protesten gegen einen in den USA produzierten antiislamischen Film hat das Internetportal Youtube den Zugriff auf das Video aus Libyen und Ägypten erschwert. Zwar verstoße der Inhalt des Films nicht gegen die Youtube-Richtlinien, angesichts der "schwierigen Lage in Libyen und Ägypten" sei der Zugang in beiden arabischen Ländern jedoch "vorübergehend eingeschränkt" worden, erklärte ein Sprecher des Google-Dienstes am Donnerstag.


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Ursache der Proteste in der arabischen Welt soll der Trailer zum Film ‚Die Unschuld der Muslime’ sein. In dem amateurhaft produzierten Streifen zeigt der Regisseur den Propheten Mohammed als Schwindler, Schürzenjäger und Kinderschänder.

Das US-Konsulat in Libyen war am Dienstag mit Raketen und Granaten angegriffen worden. US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter wurden getötet, auch mehrere libysche Sicherheitskräfte starben. Der Angriff ereignete sich am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001, ein für islamistische Terroristen symbolisches Datum. Seit Dienstag gibt es in zahlreichen Ländern Proteste gegen einen US-Film, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. Auch in Kairo stürmten militante Islamisten die US-Botschaft.

Über die Identität des Machers des anti-islamischen Films, der zu Angriffen auf die US-Botschaften in Libyen und Ägypten geführt hat, sind wilde Spekulationen entbrannt. Ein Beteiligter an dem Filmprojekt sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, Sam Bacile sei gar nicht der richtige Name des Regisseurs. Auch war inzwischen unklar, ob es sich tatsächlich um einen US-Bürger israelischer Abstammung handelt.

Der Filmemacher sei untergetaucht, sagte Steve Klein, der nach eigenen Angaben an dem umstrittenen Film "Innocence of Muslims" ("Unschuld der Muslime") mitgearbeitet hat. Klein erklärte, er kenne den richtigen Namen des Mannes auch nicht. Dem Regisseur, der sich ihm gegenüber ebenfalls unter dem Pseudonym Sam Bacile vorgestellt habe, drohe das gleiche Schicksal wie dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh, der 2004 wegen eines islamkritischen Films ermordet worden war. "Wenn er seine Identität preisgibt, wird er sicher ermordet", sagte Klein.

afp

In einem 14-minütigen Zusammenschnitt von amateurhaft produzierten Filmszenen, der auf dem Videoportal Youtube online gestellt wurde, wird der muslimische Prophet Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder verunglimpft. Aus Wut über den Film hatten militante Islamisten am Dienstag die US-Botschaft in Kairo gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Bengasi wurden der Botschafter und drei US-Mitarbeiter getötet.

Der Filmemacher hatte sich in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" am Dienstagabend als israelischstämmiger US-Bürger ausgegeben, der eigentlich im Immobiliengeschäft in Kalifornien tätig sei und das Kapital für das Filmprojekt bei jüdischen Spendern aufgetrieben habe.

Bekannt wurde der Amateurfilm laut "New York Times" erst, als ein aus Ägypten stammender und in den USA lebender koptischer Christ das Video auf seinem Blog veröffentlichte. Möglicherweise stammt der Filmemacher aus dem Umfeld der koptischen Gemeinde. Klein sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Mann habe Verwandte in Ägypten und sei sehr besorgt. "Sie sind auch im Untergrund, sie verstecken sich", sagte Klein, der in der Vergangenheit selbst mit islamfeindlichen Äußerungen in radikalen christlichen Kreisen in Erscheinung getreten ist.

In die Kontroverse hat sich auch der umstrittene Pastor Terry Jones aus Florida eingeschaltet, der im Frühjahr 2011 mit der Verbrennung des Korans blutige Proteste in der islamischen Welt ausgelöst hatte. Jones hatte umgehend erklärt, den anti-islamischen Film in seiner Kirche zeigen zu wollen. Der US-Generalstabschef Martin Dempsey zeigte sich besorgt über mögliche Gefahren für US-Soldaten, die in Afghanistan und anderen muslimischen Staaten stationiert sind. Nach Angaben seines Sprechers bat er Jones in einem kurzen Telefongespräch, sich von dem Film zu distanzieren.

imago

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