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13 Januar 2011 | Von afp

Foodwatch: Bundesregierung ist "Dienstleister der Futtermittelindustrie"

FRANKFURT, 13. Januar (AFP) - Im Dioxinskandal hat die Verbraucherorganisation Foodwatch die Bundesregierung scharf kritisiert. Die Regierung sei ein "Dienstleister der Futtermittelindustrie", der die Branche vor strikten Kontrollen schütze, sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagsausgabe).


dapd

Die Regierung fördere seit 2010 mit Steuergeld den Export von Schweinefleisch. Damit deutsches Fleisch wettbewerbsfähig sei, müssten die Futtermittelkosten niedrig bleiben - was Skandalen wie dem aktuellen um die Dioxin-Belastung den Boden bereite, fügte Bode hinzu. Das Bundeslandwirtschaftsministerium vertrete die Interessen der Agrarindustrie, nicht die der Verbraucher, kritisierte er.

ddp

Bode fügte hinzu, die Regierung sei nun "in ihre eigene Lobbyfalle" gegangen, denn "die Chinesen und die Südkoreaner wollen deutsche Dioxinschweine nicht mehr essen". Nach Seoul hatte am Mittwoch auch Peking angekündigt, die Importe aus Deutschland zu stoppen. Bode nannte es "letztlich auch ökonomisch dumm, dass die Politik hier als Dienstleister der Futtermittelindustrie agiert und diese vor strikten Kontrollpflichten schützt".

Die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zur Abwehr weiterer Skandale hält Bode für zu schwach. So sei eine Trennung der Produktion von Futtermittel-Fetten und Industrie-Schmierstoffen "längst nicht ausreichend". Der Verbraucherschützer forderte eine gesetzliche Pflicht für die Futtermittel-Hersteller, ausnahmslos jede Charge jeder einzelnen Futtermittel-Zutat auf Dioxin zu testen, die Probe zu dokumentieren und die Charge bei Grenzwert-Überschreitung zu vernichten.

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