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11 Juli 2012 | Von dapd

Ganz Erfurt muss abkochen: Coli-Bakterien im Trinkwasser

Erfurt - Cafés verzichten auf Kaffee, in Hotels werden die Zähne mit Mineralwasser geputzt und Kita-Mitarbeiter kochen "wie die Weltmeister" das Leitungswasser ab. Im Trinkwasser im Raum Erfurt wurden E. coli Bakterien gefunden. Deshalb brodelt es in der Stadt: Seit Montag muss bis auf Widerruf sämtliches Leitungawasser, das verzehrt werden soll, mindestens fünf Minuten lang sprudelnd gekocht werden. 230.000 Menschen sind bisher davon betroffen.


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Weil es am Dienstag weitere Verdachtsfälle außerhalb Thüringens Landeshauptstadt gab, wurde der Chloranteil im Leitungswasser für insgesamt 500.000 Verbraucher auf den maximal zulässigen Wert erhöht. Krankheitsfälle durch die Darmkeime gebe es bislang keine, heißt es aus den Krankenhäusern. Tatsächlich seien die Bakterien nur Indikator für eine Verunreinigung und für gesunde Menschen eigentlich ungefährlich, sagt Claudia Höpner, Krankenhaushygienikerin am Helios-Klinikum Erfurt am Mittwoch. Sie kommen millionenfach im Darm eines jeden Säugetiers vor, "im Trinkwasser haben sie dennoch nichts zu suchen."

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Als die Wasserbetriebe über die Verunreinigung informierten, brachen die extra eingerichteten Notruf-Nummern bald zusammen. Auch die Webseite war zeitweise nicht zu erreichen. "Mehr als 1.000 Leute haben sofort angerufen, viele wollten wissen, ob sie betroffen sind", sagt Andreas Reinhardt, Geschäftsführer von ThüringenWasser, in dessen Bereich die Keime auftraten.

In der betroffenen Region werden täglich etwa 35 Millionen Liter Wasser verbraucht. Hamsterkäufe von Mineralwasser habe es bisher trotzdem nicht gegeben, berichten die Sprecher von Supermärkten. Allerdings sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagt ein Mitarbeiter eines Lebensmittelhandels. Aus allen Märkten heißt es, dass am Dienstag und am Mittwoch extra Rationen Mineralwasser bestellt wurden. Engpässe gibt es laut Einzelhandelsverband jedoch nicht.

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Hotels und Gaststätten haben mit dem Abkochgebot zu kämpfen. Sie können haftbar gemacht werden, wenn sie unabgekochtes Wasser verwenden, sagt eine Sprecherin des Hotel und Gaststättenverbandes. Der Direktor des Intercityhotels, Jürgen Kramer, sagt, dass alle Gäste erst einmal kostenlos Mineralwasser zum Zähneputzen erhalten hätten. In einigen Cafés der Landeshauptstadt werden unterdessen keine Heißgetränke mehr serviert. Die großen Kaffeemaschinen sind oft direkt an das Leitungswasser angeschlossen. Manche schütten nun abgekochtes Wasser in die Maschinen.

In Kindertagesstätten und Seniorenheimen behelfe man sich nach den entsprechenden Behördenempfehlungen damit, das Wasser abzukochen. "Wir kochen wie die Weltmeister", sagt ein Sprecher der Caritas. In den Kliniken wurden bereits am Montagnachmittag Vorkehrungen getroffen. Hier sind jedoch meist bereits spezielle Filter eingesetzt, wie eine Sprecherin des größten Krankenhauses der Stadt sagt. Trotzdem bestellten sie sicherheitshalber mehr Wasser.

Derweil grübeln die Versorger über die Ursachen der Verunreinigung. Fieberhaft suchen Experten rund um die Uhr nach der Quelle. Viele Proben fielen abwechselnd positiv oder negativ aus. "Wir stehen vor einem Rätsel", sagt der Biologe eines Wasserversorgers, Hartmut Willmitzer. Bis Donnerstagabend sollte das Abkochgebot zunächst gelten. Inzwischen heißt es "bis auf Widerruf".

iamgo

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13Kommentare
11. Jul 2012 17:52
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Die millionen Tonnen Gülle lassen grüßen. Wer unüberlegt Entsorgt bekommt irgendwann alles wieder zurück. Nur das Drama ist, dass menschen darunter leiden müssen die kein Einfluss haben und wie Stiefkinder behandelt werden. Die Politik und die Behörden fühlen sich als Vormund für die Bürger und nicht als politische und gesellschaftliche Vertreter und nicht als gesellschaftliche Verwaltung.
12. Jul 2012 06:09
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Ein tiefer gehendes Nachdenken lässt auch diesen Schluss zu: Je mehr die Erdbevölkerung zunimmt, um so größer ist auch unser Trinkwasser in Gefahr. Wie sorglos der Mensch sich z. B. auf den Weltmeeren bewegt, belegen allein schon die Müllrückstände aus Plastik.    
12. Jul 2012 00:49
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Und das "Beste" ist, dass da von den Behörden nicht ein Sterbenswörtchen rüberkam. Wir selbst haben es erst mitbekommen, als unsere Freunde bei Facebook den Artikellink zur Thüringer Allgemeinen reingestellt haben. Und auch von den lokalen Radiosendern Antenne Thüringen, JUMP, Top40 und Landeswelle kam erst spät mal dazu eine dürftige Meldung durchgesickert. Was ist denn das für eine miese Informationspolitik? Ich meine, die haben ja die Bakterien erst gefunden aber wer weiß schon genau, wie lange die sich schon wirklich in den Wasserspeichern rumgetrieben haben?! Aber dafür riechts jetzt extrem nach Chlor wenn man den Hahn aufdreht....sone Grütze.
12. Jul 2012 04:51
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Na dann, heißts er furzt in Erfurt. Im Ernst, kochen und warten bis die Ursache gefunden ist, aber das dauert halt.
12. Jul 2012 10:34
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Zu ,,DDR,, Zeiten kam ne braune stinkende Brühe aus den Wasserhähnen .
Und JETZT regen sich die Ossis hier auf !?

11. Jul 2012 19:38
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wir saufen bald unsere eigene pisse , in den großstädten ist das schon lange so . jetzt machen die wegen ein paar bakterien hier so ein gewese . ich lach mich kaputt !!!
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