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21 Februar 2012 | Von dadp

Bewiesen: Antibiotika in der Tierhaltung schufen multiresistenten Erreger

Washington - Mindestens ein Stamm des gefährlichen multiresistenten Keims Staphylococcus aureus (MRSA) ist durch Antibiotika in der Tierhaltung entstanden. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. Die sogenannte CC398-Variante des Bakteriums sprang vom Menschen auf Nutztiere über und wurde erst dort resistent gegen verschiedene Antibiotika. Nun infiziert dieser multirestente MRSA-Stamm wieder Menschen - mit teilweise tödlichen Folgen. Der Erreger sei inzwischen sowohl in den USA als auch in Europa verbreitet, wie die Forscher im Fachmagazin "mBio" berichten.


dapd

Rasterelektronenmikroskopische, 9.560-fach vergrößerte Aufnahme von Bakterien der Art Staphylococcus aureus, die gegen das Antibiotika Methicillin resistent sind, sich aeusserlich allerdings nicht von nicht-resistenten Stämmen des Erregers unterscheiden (Foto undatiert). Foto: CDC/Janice Haney Carr/Jeff Hageman/dapd

"Die Rekonstruktion der Entwicklung des MRSA-Stamms CC398 war so ähnlich, als würde ich einem Superkeim bei der Geburt zusehen - faszinierend und beunruhigend zugleich", sagt Erstautor Lance Price vom Translational Genomics Research Institute in Flagstaff. Es sei nun klar, dass dieser gefährliche Krankheitserreger des Menschen erst in den Nutztieren seine Resistenzen erworben habe. Der MRSA-Stamm CC398 ist gegen Tetrazykline und Methicillin resistent, zwei wichtige in der Humanmedizin eingesetzte Antibiotikagruppen.

dapd

Die meisten Infektionen mit der CC398-Variante des Bakteriums Staphylococcus aureus ereigneten sich bisher bei Menschen, die regelmäßig mit Nutzvieh in Berührung kamen. Der Stamm sei in den USA aber auch bereits auf 47 Prozent der untersuchten Fleischproben aus dem Handel entdeckt worden, sagen die Forscher.

"Wir können dafür weder die Natur noch die Bakterien verantwortlich machen", betont Mitautor Paul Keim von der Northern Arizona University. Es sei allein unser leichtsinniger Umgang mit Antibiotika, der nun auf uns zurückfalle - und der auch bei anderen Bakterien zu solchen Resistenzen führen könne.

Nach Ansicht der Forscher unterstreichen ihre Ergebnisse, wie riskant der verbreitete Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung ist. "Staphylococcus gedeiht am besten dort, wo Lebewesen eng gedrängt und unter schlechten hygienischen Bedingungen leben. Gibt man dann noch Antibiotika dazu, ist das Problem programmiert", sagt Price.

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Für ihre Studie hatten die Forscher das Erbgut von 88 Staphylococcus aureus-Proben aus 19 Ländern und vier Kontinenten analysiert. Die Bakterien waren aus Menschen und verschiedensten Nutztieren, darunter Schweinen, Puten und Hühnern isoliert worden. Die Analyse ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Stämmen zu rekonstruieren. Dabei konnten sie feststellen, wann und wo das ursprünglich gegenüber Antibiotika empfindliche Bakterium seine Resistenzen entwickelte.

Die kugelförmigen Bakterien der Art Staphylococcus aureus sind normalerweise relativ unschädlich, sie finden sich auf Haut und Schleimhäuten von rund einem Drittel aller Menschen. Bei Schwerkranken oder Immungeschwächten können diese Keime jedoch schwere Infektionen und Blutvergiftungen auslösen, wenn sie über Wunden in das Blut gelangen und sich im Körper ausbreiten. Sind die Keime dann resistent gegenüber gängigen Antibiotika, kann dies für die Betroffenen den Tod bedeuten.

iamgo

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2Kommentare
21. Feb 2012 18:43
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Wir warten jetzt auf das Fukushima der Multiresistenz.

 

Die Politik sollte jetzt ja eigentlich handeln, denn was es bedeutet, einem Erreger wehrlos ausgesetzt zu sein, sieht man am Beispiel der mittelalterlichen Pest, am Beispiel von AIDS in armen Ländern, .... Die Politik sollte also kurzerhand den Antibiotika-Einsatz in der Tierzucht stark einschränken.

 

Wie aber wird die Politik darauf reagieren? Ich wette, die reagiert gar nicht. Weil die Politik von Hause aus bequem ist, und weil "Staphylococcus aureus" keinen so grimmigen Klang hat wie z.B. AIDS.

 

Bestenfalls werden ein paar "Berater" ins Kanzleramt chauffiert, damit die der Merkel Argumente für den Fall in die Hand geben, dass ein Reporter unbequeme Fragen stellt. Darauf möchte Frau Dr. Merkel vorbereitet sein.

 

Naja, vielleicht gelingt der gleiche Nachweis ja bald mit der etwas gefährlicher klingenderen Tuberkulose, der tödlichsten Infektionskrankheit der Welt. Aber selbst das wird den Widerstand des Billigfleisch-Marktes wohl nicht brechen. Es werden dann tonnenweise Studien erstellt werden, und die Argumente werden jahrzehntelang durch alle Talkshows rauf- und runtergedreht werden. Es wird dann heißen "Mit gesunder Ernährung kann jeder selbst viel machen", "deutsches Fleisch ist ein Stück Lebenskraft", "nichts wird stärker kontrolliert als deutsches Fleisch" usw. Die Latte der dummen Lobbyisten-Sprüche wird lang sein.

 

Wir müssen wohl warten, bis es einen vollständig resistenten, tödlichen Erreger gibt, der in Westeuropa ein paar tausend gesunde, junge Menschen tötet. Dann kommt die Hilflosigkeit der Ärzte ganz groß in die Medien, Hysterie bricht aus, und dann erst wird die Politik handeln.

 

Warten wir also auf das Fukushima der Multiresistenz.

 

 

21. Feb 2012 21:44
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Ich schreibe jetzt mal was ganz böses.
Vielleicht rettet dieses Virus die Welt.
Was machen wir wenn die Erde überbevölkert ist?
Wenn es zu wenig Wasser gibt?
Wenn es zu wenig Nahrung gibt?
Wenn es zu wenig Platz auf dieser Welt gibt?
Irgendwas hat die Welt immer gerettet.



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