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9 Dezember 2011 | Von Joachim Vonderthann, dapd/afp

Sturmtief wütet über Schottland - Deutschland weitgehend verschont

Ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 266 Stundenkilometern ist am Donnerstag über Schottland hinweg gefegt. Der nationale Wetterdienst löste die rote Alarmstufe aus, die höchste Unwetterwarnstufe. Orkantief Friedhelm hat auch dem Norden Deutschlands eine stürmische Nacht bereitet, größere Schäden blieben aber aus.


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Ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 266 Stundenkilometern ist am Donnerstag über Schottland hinweg gefegt. (Bild: Reuters)

Tausende Schulen in und um Glasgow blieben geschlossen, alle größeren Brücken wurden gesperrt, zahlreiche Flüge gestrichen und der Bahnverkehr unterbrochen. Bei mehr als 55.000 Menschen fiel der Strom aus, nachdem umgestürzte Bäume Stromleitungen unterbrochen hatten.

Im Schottischen Hochland wurden Sturmböen von bis zu 266 Stundenkilometer gemessen, in den Großstädten Glasgow und Edinburgh erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 113 Stundenkilometern. Auch Nordengland, Nordirland und Wales waren betroffen. Trotz zahlreicher Unfälle lagen zunächst keine Berichte über schwere Verletzungen vor. Mehr als 300 Passagiere einer Fähre aus Rotterdam mussten neun Stunden vor dem nordenglischen Hafen Hull warten, da der Kapitän Schäden fürchtete, sollte das Schiff bei Sturm einlaufen.

In Deutschland waren - entgegen erster Befürchtungen - die Auswirkungen des Sturmtiefs nicht so gravierend. «Außer viel Wind und umgekippten Bauschildern war nichts», sagte ein Polizeisprecher in Hamburg am Freitagmorgen.. Die Feuerwehr meldete für die Hansestadt «nur 24 wetterbedingte Einsätze». Meist wurden Äste oder Bäume gesichert. In Bremen musste der Zugverkehr zwischen Burg und Vegesack wegen eines umgestürzten Baumes unterbrochen werden.

Der Baum war laut Deutscher Bahn in die Oberleitung gefallen. Um diese zu reparieren, sollte die Zugstrecke bis in den Vormittag gesperrt bleiben. Es wurde ein Busnotverkehr eingerichtet.

Auch in Schleswig-Holstein fielen Bäume durch den Sturm um. Ansonsten sei es aber ruhig gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Husum. «Personenschaden gab es nicht», sagte auch sein Kollege aus Itzehoe. Wegen des Sturmes wurde aber der Fährverkehr zwischen Schlüttsiel und den Halligen eingestellt.

Im Harz, wo die Windgeschwindigkeiten am höchsten lagen, entstanden ebenfalls keine größeren Schäden. «Die Fensterläden haben ganz schön geklappert, Straßen waren aber nicht gesperrt», sagte ein Polizeisprecher in Clausthal-Zellerfeld am Freitagmorgen. Die Polizei in Goslar bestätigte ebenfalls «viel Wind, aber keine besonderen Zwischenfälle».

In Hannover rückte die Feuerwehr zu mehreren kleinen Einsätzen aus. Abgeknickte Äste, lose Gebäudeteile und abgerissene Schilder seien gesichert oder entfernt worden, sagte ein Sprecher. Insgesamt habe es sich nur um kleinere Schäden gehandelt. «Angesichts der doch erheblichen Windgeschwindigkeiten zeigte sich Hannover in beiden Nächten sehr sturmfest», betonte der Sprecher mit Blick auf die zweite Sturmnacht in Folge.

Das Tiefdruckgebiet war in der Nacht zu Freitag mit Sturm- und Orkanböen über Norddeutschland gezogen. Die Böen erreichten an der schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Nordseeküste laut Deutschem Wetterdienst Spitzengeschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde. Auf dem Brocken wurden starke Orkanböen mit bis zu 166 Stundenkilometern gemessen.

Auch im Laufe des Freitags sollte es insbesondere an der Nordseeküste noch zu Sturmböen kommen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer Sturmflut für die deutsche Nordseeküste. Für Freitagmittag werde ein Wasserstand etwa 1,50 Meter über normal erwartet.

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