Ronnie Biggs will noch mal zum Fußball

Ronnie Biggs hat noch einen letzten großen Wunsch.

Bevor er stirbt, will der Fan sein Team im heimischen Emirates Stadion im Norden Londons bei einer Partie der Premier League anfeuern, sagte Biggs Sohn Michael (34).

Biggs war im August nach mehreren Schlaganfällen und einer schweren Lungenentzündung vorzeitig aus der Haft entlassen worden und kam anschließend in ein Pflegeheim. Von dort hatte ihn Sohn Michael bereits einmal abgeholt, um gemeinsam ein Arsenal-Spiel im Fernsehen zu schauen. «Es ist nicht so, als könnte er ins Stadion gehen, ein Bier trinken und sich amüsieren. Ich müsste ihn im Rollstuhl dorthin bringen, und natürlich kann ich ihn nicht zu lange aus dem Pflegeheim wegholen», zitierte die britische Nachrichtenagentur PA Biggs Sohn Michael.

Der schlechte Gesundheitszustand seines Vaters habe sich nicht grundlegend gebessert, sagte der 34-Jährige. «Er fühlt sich besser, aber mein Vater könnte eine Infektion bekommen und innerhalb von 24 Stunden sterben. Als die Ärzte gesagt hatten, er werde sich nie wieder erholen, hatten sie recht.»

Vor über 46 Jahren hatte Biggs mit einer Bande den königlichen Postzug von Glasgow nach London überfallen. Dabei entkamen sie mit einer Beute von 2,6 Millionen Pfund - heute wären das umgerechnet 47 Millionen Euro. Biggs wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt, entwischte aber aus dem Gefängnis und war rund 35 Jahre auf der Flucht. Nachdem er der Justiz immer wieder um Haaresbreite entkam, kehrte er 2001 nach einem Schlaganfall freiwillig nach England zurück und wanderte sofort ins Gefängnis. Er saß nur ein Drittel seiner Haftstrafe ab.