Polanski-Anhörung im Dezember in Los Angeles

Roman Polanski ist seit zwei Monaten in Haft.

Ein Berufungsgericht in Los Angeles setzte den Termin für eine mündliche Anhörung fest, wie die «New York Times» berichtete. Polanski wird vorgeworfen, in den 70er Jahren ein damals 13-jähriges Mädchen betrunken gemacht und missbraucht zu haben.

Schon lange vor seiner Festnahme in der Schweiz hatte Polanski beantragt, das Verfahren gegen ihn für abgeschlossen zu erklären. Ein Gericht in Los Angeles lehnte das Ersuchen im Mai ab, weil der Filmemacher nicht persönlich in Kalifornien erschienen war. Seine Anwälte gingen daraufhin in Berufung. Dazu sollen sie nun im Dezember gehört werden. Polanski hatte in seinem Antrag argumentiert, dass bei dem ursprünglichen Verfahren gegen ihn 1978 juristische Fehler gemacht worden seien.

Ende September war der 76-Jährige am Zürcher Flughafen auf Grundlage eines vorläufigen US-Haftbefehls festgenommen worden. Seine Gesuche, gegen Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis entlassen zu werden, wurden abgelehnt. Vor einer Woche beantragten die USA offiziell seine Auslieferung. Es wird erwartet, dass er sich dem Auslieferungsantrag widersetzt. Dann droht ein monatelanges juristisches Tauziehen.

In dem US-Verfahren 1978 hatte er den Missbrauch des Mädchens zugegeben. Für das Geständnis handelten seine Anwälte damals eine milde Strafe aus. Als es Anzeichen gab, dass der Richter sich nicht an die Absprache halten wollte, war Polanski aus den USA geflohen und nie mehr dorthin zurückgekehrt. Selbst seinen Oscar für den Film «Der Pianist» nahm er 2003 nicht persönlich entgegen.