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Experten wegen Erdbeben von L'Aquila zu Haftstrafen verurteilt
"Es wurde nicht erwartet, dass sie das Erdbeben vorhersagen, doch sie sollten die Menschen vor der Gefahr warnen", sagte die Anwältin Wania dell Vigna, die elf Erdbebenopfer vertrat. Aldo Scimia, dessen Mutter bei dem Beben starb, sagte, die Angeklagten hätten bei ihrer Aufgabe versagt, Sicherheit zu gewährleisten. Eine Frau sagte, ihre Schwester sei durch die Experten beruhigt worden und habe daher in der Nacht des Bebens zuhause geschlafen.
Die sieben Mitglieder der Kommission für große Risiken waren am 31. März 2009 bei einem Treffen in L'Aquila zu dem Schluss gekommen, dass trotz einer Reihe von Erdstößen in der Region kein erhöhtes Risiko bestehe. Der damalige Vize-Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Bernardo De Barnardinis, hatte in den Medien erklärt, es bestehe "keine Gefahr". In einer besonders umstrittenen Äußerung riet er der Bevölkerung, sich bei einem Glas Wein zu entspannen.
Entsprechend waren keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen angeordnet worden. Neben Bernardinis gehörten der Kommission sechs Wissenschaftler an, darunter der Erdbebenexperte Enzo Boschi. Während Bernardinis sich darauf berief, dass die Wissenschaftler ihm versichert hätten, dass die kleinen Erdstöße zur Entladung der Spannung in der Erdkruste beigetragen hätten, bestritten die Wissenschaftler, solche Äußerungen gemacht zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte Ende September jeweils vier Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Analyse der angeklagten Experten kurz vor dem Beben sei "unzureichend und untauglich" gewesen, sagte Staatsanwalt Fabio Picuti zur Begründung. Am Montag verwies Picuti darauf, dass der Leiter der US-Behörde für Katastrophenschutz (FEMA) zurückgetreten sei, nachdem seine Behörde 2005 den verheerenden Hurrikan "Katrina" in New Orleans nicht vorausgesagt hatte.
Der Verteidiger Alfredo Biondi, der den Experten Claudio Eva vertrat, wies den Vergleich jedoch zurück. "Fluten und Hurrikane können vorausgesagt werden, Erdbeben nicht." Die Verteidigung forderte den Freispruch aller Angeklagten. Zum Prozessauftakt hatten bereits mehr als 5000 Wissenschaftler in einem offenen Brief beklagt, dass den Angeklagten ein Strafprozess gemacht werde, obwohl die Vorhersage von Erdbeben bislang technisch unmöglich sei. Alle Verurteilten bleiben zunächst auf freiem Fuß und können gegen Berufung einlegen.
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Der Fehler war wohl die absolute Formulierung "Keine Gefahr".
Man hätte wohl ehrlich sein müssen und sowas wie "nich abzuschätzende Gefahr" sagen müssen.
Empfinde die Haftstrafen dennoch nicht als richtig.
Wie wäre denn der umgekehrte Fall, Experten warnen vor Vulkanausbruch oder Erdbeben und lassen eine Region evakuieren und dann passiert nix....da würden dann doch sicher auch Menschen klagen...
Na ich weiß net, ist es korrekt Menschen ins Gefängnis zu stecken weil es Naturgewalten gibt? Sicher ist es schlimm was passiert ist, aber ich finde, dass sie diese Strafe nicht verdient haben. Bei jedem Vulkanausbruch, bei Tornados, bei Kometeneinschläge oder was weiß ich.. überall da, wo Menschen an Naturgewalten gestorben sind, müsste man dann die Schuldigen auftreiben und ins Gefängnis stecken.. Find ich nicht in Ordnung.
Und zum anderen hätte dann noch ganz andere Leute auf der Welt in Haft gehört, ich denke da an den Szunami mit den viele Toten, da war der Präsident aus den USA nicht mal bereit Warn-equitment zur Verfügung zu stellen, obwohl die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war schon über Jahre ist es dort öfters passiert. Erst im Nachgang wurde dies getan !!
Dieses Urteil ist absurd und eine Schande für den italienischen Rechtsstaat!
Es liegt hier keine Fahrlässigkeit vor. Fahrlässigkeit bedeutet, dass man nicht sorgfältig war. Die Experten aber haben sorgfältig gearbeitet.
Kein Experte kann momentan Erdbeben zuverlässig vorhersagen. Es war also von vorneherein klar, dass es möglich ist, dass ein nach besten Wissen und Gewissen arbeitender Experten "keine erhöhte Gefahr" sagt, und dass dann trotzdem die Erde wackelt - und Menschen umkommen.
Selbst wenn Fahrlässigkeit vorliegt, so sind die Strafen viel zu hoch. Beispiel: Der ehemalige thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus hat für eine fahrlässige Tötung nur 180 Tagessätze Geldstrafe bekommen.
Das Schlimmste ist: Das Urteil wird weitere Menschenleben kosten. Wer will denn jetzt noch für die Erdbebenwarnung arbeiten?
ja die Entscheidung bzw. war das Urteil ist richtig denn wie in jedem anderen Job auch in diesem tragen diese Experten eine Verantwortung. Naturgewalt dieser Art kann man kaum abwenden aber man kann sich bzw. das Volk in Sicherheit bringen. Das Volk und der Statt hat sich auf die konkrete Aussage dieser Experten verlassen "keine Gefahr"
Nun sind so viele Menschen Aufgrund dieser Inkompetenz ums Leben gekommen, Eltern haben Kinder und Kinder haben Eltern und Geschwister verloren, unheilbare seelische Spuren sind zurück geblieben. Kann man das einfach so hinnehmen ?
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