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3 Dezember 2012 | Von Andreas Reimann

München wächst und wächst

Hat München bald mehr Einwohner als Hamburg? Bereits 2014 soll die 1,5 Millionen-Grenze geknackt werden. Die Hansestadt hat 1,8 Millionen Einwohner. Dabei steckt die Stadt schon jetzt in der Wohnungsmisere. Zwar führt München erneut das jährliche Städteranking an. Dennoch verheißt die Bevölkerungsprognose nichts Gutes. München wird größer - und die Wohnungsnot noch größer.


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Die neueste Bevölkerungsprognose des Planungsreferats der Stadt München zeigt alarmierende Wachstumszahlen. Die Münchner Wohnungsnot wird dadurch noch verstärkt. In unserer Bilderstrecke erfahren Sie weitere "Münchner" Zahlen.

München (msn/ar) - Das Herz der Deutschen schlägt für München. Das beweist das jüngste von Wirtschaftswoche und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegebene Städteranking. Wie die WiWo diese Woche bekanntgibt, ist München beim Niveauranking, das den Ist-Zustand der untersuchten Städte widerspiegelt, Spitzenreiter unter den deutschen Städten.

Galerie: Städteranking 2012 - Die besten Städte Deutschlands

München ist und bleibt Boom-Metropole. Keine andere Stadt in Deutschland habe, was Arbeitsmarkt und Wohlstand angeht, laut dem WiWo-Ranking bessere Werte als die bayerische Landesmetropole. Kein Wunder, dass diese beständige Entwicklung Menschen aus dem In- und Ausland kräftig anzieht. Trotz der Wohnungsnot verzeichnet die Stadt nach wie vor einen kräftigen Bevölkerungszuwachs – und das, obwohl die Mietpreise explodieren.

München wächst - trotzdem keine Antwort auf steigende Wohnungsnot

Das Bevölkerungswachstum in München ist ungebrochen. Wie stark, zeigt die neue Bevölkerungsprognose des Planungsreferats, die am 5. Dezember im Stadtrat vorgelegt wird. Die Stadt München hat ein paar Zahlen im Voraus verraten. Glaubt man der Analyse, wird unsere Stadt bereits in zwei Jahren, 2014, die 1,5 Millionen-Grenze knacken. In etwa zehn Jahren, 2023, soll laut Demografiebericht die Zahl der Münchner auf voraussichtlich 1,6 Millionen ansteigen – bis 2030 auf 1,651 Millionen Einwohner. Das entspricht den Experten zufolge einem Bevölkerungswachstum von 14,9 Prozent, was wiederum auf eine jährliche Zuwachsrate von 0,73 Prozent hinausläuft. Die Münchner "abendzeitung" fragt zu Recht: Platzt München bald aus allen Nähten?

Dabei plagen die Stadt schon jetzt allerhand Probleme. Die Wohnungsnot ist bereits angesprochen. Zwar geht es den Münchnern besser als den Bewohnern vieler anderer Städte des Landes. Münchens Wirtschaftskraft strotzt nur so vor Kraft. Allein sechs der 30 Dax-Konzerne haben in der bayerischen Landeshauptstadt ihren Sitz. Es herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Trotzdem bestehen aufgrund des großen Zuzugs schon jetzt Engpässe: Familien mit Durchschnittseinkommen können sich München kaum noch leisten. In vielen Stadtteilen fehlen Kindergarten- und Krippenplätze. Auch die Schulen platzen schon jetzt aus allen Nähten. Der öffentliche Nahverkehr ist stark überlastet. Vor allem die S-Bahn-Stammstrecke ist in der Rushhour stark überlastet – gegen den Bau der nun finanzierten zweiten Stammstrecke gibt es Widerstand der Anwohner.

Nur wie sind die Probleme zu lösen? Das Städteranking gibt Lösungsansätze. München müsse sich langfristig von einigen "überkommenen Vorschriften" trennen. Wohnraum sei auch deshalb knapp, weil nirgendwo in der Stadt höher als die 1494 errichtete Frauenkirche gebaut werden dürfe: 98,57 Meter. Jährlich müsste die Stadt zwischen 7.000 und 10.000 neue Wohnungen bauen, um den Wohnungsbedarf in Zukunft zu decken. Der Münchner Haus- und Grundbesitzerverein gehe laut "Wirtschaftswoche" sogar von bis zu 14.400 neuen Wohnungen aus.

Baby-Boom - Rekord-Wert bei den Neugeborenen

Der starke Zuzug vor allem junger Menschen beschere München nach "tz"-Informationen auch einen Baby-Boom. Bis Ende Oktober 2012 seien 13.107 Kinder geboren worden, bereits 809 mehr als noch im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Vor allem junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren zieht es wegen der guten Jobaussichten nach München. Glaubt man der Prognose der Statistiker, sei hochgerechnet aus den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre mit rund 15.200 Geburten zu rechnen. Das wäre neuer Rekord!
 
Während der Zustrom nach München immer stärker wird, soll in 20 Jahren die Bevölkerung in Nord- und Ostbayern deutlich schrumpfen. Nach der Prognose des Bayerischen Landesamts für Statistik soll die Einwohnerzahl im Freistaat Bayern zwar dank der Zuwanderung aus anderen Bundesländern und dem Ausland bis 2021 auf 12,69 Millionen steigen. Wie die „Süddeutsche“ berichtet, gewinnt zwar Oberbayern bis 2031 6,5 Prozent hinzu, Nord- und Ostbayern verlieren aber dagegen. Entscheidend sei der Schwund mit minus 9,3 Prozent in Oberfranken, gefolgt von Unterfranken mit minus 6 Prozent und der Oberpfalz mit minus 3,5 Prozent.

Gelassenheit bei Bevölkerung und Stadt: München bleibt München
 
Und wie bewertet Oberbürgermeister Christian Ude den Bewohner-Boom? Kein Grund, gleich Alarm zu schlagen. Schließlich würde "ein jährliches Wachstum unter einem Prozent in vielen Metropolen dieser Welt als Stagnation empfunden" werden, zitiert die Münchner "abendzeitung" Ude. Trotzdem stelle es für seinen Nachfolger eine große Herausforderung dar, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Finanzierung des zweiten S-Bahn-Tunnels durch die Münchner Innenstadt ist zwar unter Dach und Fach. Aber die Anwohner im Stadtteil Haidhausen wehren sich bereits. Laut "Wirtschaftswoche" zeige sich hier eine gesunde Aversion gegen Großprojekte. Aber die Politik muss hier umdenken. Schließlich soll in München ja alles so bleiben, wie es ist. Der Wohlstand müsse erhalten werden. Schön bleibt München sowieso.

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1Kommentar
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Zitat: Trotz der Wohnungsnot verzeichnet die Stadt nach wie vor einen kräftigen Bevölkerungszuwachs – und das, obwohl die Mietpreise explodieren.

 

 

Die spöttisch hervorgeschobene Unterlippe der Maybritt Illner macht keinen Sommer mehr

 

 

Unlängst bei der Maybritt Illner ergucke ich den Ude, seines Zeichens seit 21 Jahren Oberbürgermeister in diesem ach so schönen München. Dort verquatschte sich die professionelle Edel-Runde im „Erlösungsland“ nichtssagender Floskeln. Dramatisch-phlegmatisches Schulterzucken gegen den auftrumpfenden Immobilienheini, wenn der irgendwas von einer absolut freien Marktwirtschaft daher quasselte. Er erinnerte mich fatal an einen Westerwelle, der es sich in seinen besten Tagen auch nicht verkneifen konnte, die absolute Bankenfreiheit in den höchsten Tönen herbeizuloben. Heute sind die Hosen vollgeschissen und der Steuerzahler wird zum Zahlopfer hochbrisanter Schuldenberge.

Gegenwärtig sind es marodierende Spekulationsaffen, die mit halbseidenen Investitionen, zu Lasten einer breiten Bevölkerungsschicht in unseren Wohnungsmarkt eindringen. Und die Politiker nicht einmal im Verborgenen (ohne Namensnennung, jeder weiß wer gemeint ist) spielen eiskalt mit. Lauter kleine („…“) nehmen unser Vaterland in den unheimlichen Würgegriff, finanziell weit überhöhter Mietforderungen. Die mittelalterlichen Herrenmenschengarotten einer bevorstehenden Ausmietung werden den rechtlos wie hilflosen gewordenen Menschen um den Hals gelegt. Wir werden daran ersticken, wenn es nicht schleunigst eine Gegenreaktion unserer Politiker gibt.

 

 

 

 

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